Velbert : „Künstler würden Neviges bereichern“

Die große künstlerische Liebe der Velberter Malerin Luci Heider-Gesenberg gilt den Werken Claude Monets und der Insel Mykonos.

Auch Velberter Künstler sehnen das Ende der Corona-bedingten Einschränkungen herbei. Ihnen fehlen die Ausstellungen mit einem Feedback der Besucher sehr. Die WZ gibt ihnen im Zuge der Serie „Kreatives Velbert“ ein Forum und befragt sie auch nach ihrer Meinung zur geplanten Belebung und Aufwertung des Nevigeser Zentrums durch einen Raum für Kreative in einem Leerstand. Heute nutzt die Chance Luci Heider-Gesenberg vom Künstlerbund Velbert.

Wann und wie wurde bei Ihnen das Interesse geweckt, künstlerisch aktiv zu werden?

Luci Heider-Gesenberg: Schon in der Kindheit. Ich wuchs gemeinsam mit drei Schwestern in einem musisch geprägten Elternhaus auf und bekam trotz der damals schwierigen Nachkriegszeit bei einem akademisch ausgebildeten Kunstmaler Zeichenunterricht.

Wer ist/sind Ihre künstlerischen Vorbilder/Lehrer. Wie verlief Ihr künstlerischer Werdegang?

Heider-Gesenberg: 1978 begann ich meine Kreativität mit Keramikkursen bei dem Keramiker und Bildhauer August Meckenstock wieder aufleben zu lassen. Nachdem meine zwei Töchter erwachsen waren, hatte ich wieder Zeit für die Kunst. Ich begann mit Aquarellkursen bei der Malerin und Kunstpädagogin Angela Ramsauer, zuerst in der VHS und dann viele Jahre privat. Bei ihr habe ich auch die Acrylmalerei gelernt. Im Fachwerkstädtchen Schwalenberg im Lippekreis lehrte sie uns die Perspektive und wir besuchten zusammen Ischia und große und kleine Ausstellungen. Weiter besuchte ich Kurse und Seminare verschiedener Künstler, zum Beispiel Workshops bei Boesner mit Frank Burkamp, Gabriele Musebrink aus Essen. Mit dem Wuppertaler Maler Leif Skoglöf nahm ich an einer Malreise in die Toscana und an einer nach Monschau teil.

Wovon lassen Sie sich gerne inspirieren?

Heider-Gesenberg: Meine zweite Leidenschaft ist das Reisen und ich habe auf Ischia, Capri und in Spanien gemalt und meine Bilder hängen unter anderem im Bergischen Land, an der Mosel, in Thüringen, auf Mallorca und in Griechenland. Aquarellblock, Pinsel und Malkasten sind meine ständigen Begleiter auf Reisen. Meine große Liebe gilt der Insel Mykonos. Der Krefelder Maler Lothar Braun nahm mich vor vielen Jahren mit in die Cora, um in den engen Gassen zu malen. Es war das erste Mal für mich vor Ort zu malen, aber ich habe viel gelernt und es hat mich geprägt. Ich besuche die Insel fast jedes Jahr, denn sie hat ein ganz besonderes Licht. 2018 und 2019 besuchte ich die Normandie, insbesondere die Orte, in denen die Impressionisten gemalt haben. Der Garten von Monet in Giverny hat mich besonders beeindruckt. Danach entstehen Bilder, die zu Hause anhand von Fotos oder aus der Erinnerung kommen.

Wann haben Sie das erste Mal ausgestellt und wo würden Sie gerne einmal ausstellen?

Heider-Gesenberg: Erstmals ausgestellt habe ich 1991 in einer Gemeinschaftsschau der VHS im Bürgerhaus Langenberg. Danach folgte 2000 eine Einzelausstellung im damaligen Krankenhaus Wülfrath. In der Velberter Rathausgalerie habe ich 2009 ausgestellt. Besonders beeindruckend waren immer die Gemeinschaftsausstellungen des Künstlerbundes im Forum Niederberg und ich hoffe, dass die wieder stattfinden werden.

Inwieweit beeinflusst die Corona-Pandemie Ihre Arbeit?

Heider-Gesenberg: Sie beeinflusst meine Arbeit insofern, dass ich keine neuen Inspirationen von Reisen bekomme. Außerdem vermisse ich die Möglichkeit, Museen zu besuchen. Ein visueller Besuch ist nicht das Gleiche.

Woran arbeiten Sie gerade?

Heider-Gesenberg: In meinem schönen Atelierraum an einem Landschaftsbild.

Was halten Sie persönlich von der Idee, in Neviges ein leerstehendes Ladenlokal von Künstlern mit Leben erfüllen zu lassen?

Heider-Gesenberg: Das wäre für Neviges eine Bereicherung und für die ausstellenden oder dort arbeitenden Künstler die Chance, sich und ihre Bilder zu präsentieren.