Neviges : Krimi zwischen Nevigeser Dom und Rom

Im neuen Roman „Aralandia“ der Wuppertalerin Tanja Heinze spielt das Franziskanerkloster eine wichtige Rolle.

. Die einzigartige Freiflughalle „Aralandia“ ist noch im Bau. In einigen Wochen soll das ehrgeizige Projekt des Wuppertaler Zoos seinen Betrieb aufnehmen, in dem sich Aras, Flamingos und Zwerghirsche in der Größe von Kaninchen ohne störende Scheiben oder Gitter erleben lassen. Bereits jetzt können Krimifreunde in das ehrgeizige Projekt, das vom Zooverein finanziert wird, eintauchen. Nach einem Mord im Wuppertaler Skulpturenpark Waldfrieden im vorangegangenen Krimi lässt es die Autorin Tanja Heinze in ihrem neusten Roman zu einen mysteriösen Todesfall in der neuen Freiflugvoliere des Zoos kommen.

Ein 13-jährger Junge wird im Herbst des vergangenen Jahres zusammen mit einem Hyazinth-Ara tot aufgefunden. Kriminalhauptkommissar Herbert Mucke und sein Team nehmen die Arbeit auf.

Mathilde Krähenfuß, ehemalige Zeitungsredakteurin im Unruhestand, hat den Bericht der Kollegin online während ihres Besuches bei ihrer Schwester im hessischen Frankenberg gelesen. Umgehend fährt die „Bergische Miss Marple“ nach Wuppertal, um dem Kripo-Chef, der ihr Neffe ist, bei seinen Ermittlungen zu unterstützen, was nicht immer für Begeisterung bei den Kriminalbeamten sorgt.

Lukas Grimm, der tote Junge in der Voliere, war ein Sonderling: Der hochbegabte Knabe beschäftigte sich intensiv mit den intelligenten Papageien, hat an einem katholischen Gymnasium mehrere Klassen übersprungen. Eine 17-jährige Mitschülerin, die mehrmals sitzengeblieben war, kann den Streber nicht leiden und ärgert ihn regelmäßig. War sie der Mörder?

Eine andere Spur führt direkt ins Kloster des Wallfahrtsortes, wo Lukas Grimm in dem Franziskanerpater John einen väterlichen Freund gefunden hat. Der ist von dem blitzgescheiten Jungen ganz fasziniert, der dabei war, das dritte Geheimnis zu offenbaren, das bei der Marienerscheinung im portugiesischen Fatima drei Hirtenkindern mitgeteilt wurde. Der streng katholisch lebende Junge hat schließlich auf dem Nevigeser Kreuzberg ebenfalls eine Marienerscheinung: Zwischen dem gekreuzigten Heiland taucht eine weiße Gestalt auf und spricht zu Lukas Grimm.

„Marienerscheinungen haben mich immer fasziniert“, räumt die Krimi-Autorin Tanja Heinze zur Thematik ein und erinnert sich: „Ich bin in einem katholischen Umfeld groß geworden, ich war selber Schülerin in St. Anna. Da sind wir regelmäßig nach Neviges gepilgert. Schließlich hat die Nevigeser Wallfahrt ihren Ursprung ebenfalls in einer Marienerscheinung, als ein Dorstener Franziskaner eine Stimme vernahm, die sagte ,Bring mich nach Hardenberg, da will ich verehret sein.’“ Die Romanschriftstellerin lässt viele Passagen in Neviges rund um den Dom spielen und schafft dazu noch den Sprung in die ewige Stadt: nach Rom. Pater John ist von der Brisanz der Erkenntnisse des kleinen Lukas so beunruhigt, das er nach Rom fliegt, um sich mit seinem alten Freund, einem emeritieren Papst, und dem aktuellen Bischof von Rom, darüber auszutauschen.

Natürlich ist Mathilde Krähenfuß an dieser Begegnung ebenso interessiert und eilt in die Heilige Stadt, nach dem sie bereits in Frankenberg recherchiert hatte, weitere Spuren führen nach Kolumbien. Dennoch bleibt das Buch eine liebevolle Beschreibung von Neviges und Wuppertal-Elberfeld, wo die „Adlerkralle“, wie die Hobbydetektivin von der Polizei abschätzig genannt wird, ermittelt. Umsorgt wird sie durch ihre afrikanische Haushälterin Martha, die neben exotischen Getränken und Speisen auch deftige Hausmannskost zubereitet.