Kopfschmerz bei Kindern nicht auf die leichte Schulter nehmen

Velbert : Kopfschmerz bei Kindern nicht auf die leichte Schulter nehmen

Die häufige Wiederkehr kann gravierende Folgen haben.

Immer mehr Kinder leiden mittlerweile unter Kopfschmerzen. In den vergangenen 35 Jahren hat sich die Anzahl der betroffenen Kinder verdreifacht. Das liegt beispielsweise daran, dass sich die Lebensumstände verändert haben: Mächen und Jungen stehen heute häufiger unter Stress, schauen mehr fern und besonders auf das Handy, bewegen sich weniger und leiden oft unter Schlafmangel. Belastungen wie Angst oder Sorgen können ebenfalls zu Kopfschmerzen führen.

Am Dienstag, 29. Januar, um 18 Uhr referiert Dr. Sören Lutz beim Medizinforum am Helios Klinikum Niederberg zum Thema „Kopfschmerzen bei Kinder und Jugendlichen – nicht auf die leichte Schulter nehmen!“.

Bis zum Grundschulalter fällt das Schmerz-Identifizieren schwer

Meist sind es Migräneschmerzen oder Spannungskopfschmerzen, unter denen die Kinder leiden. „Erst dann, wenn die Schmerzen mindestens drei Monate lang auftreten, sprechen wir von chronischem Kopfschmerz“, erklärt Sören Lutz, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Kinderneurologie im Haus an der Robert-Koch-Straße 2.

Kinder könnten vom ersten Lebensjahr an unter Kopfschmerzen leiden. In der Praxis zeige sich aber, dass regelmäßige Kopfschmerzen häufig im dritten oder vierten Lebensjahr ihren Anfang haben. „Viele Kinder können diese Schmerzen aber bis zum Grundschulalter nicht richtig identifizieren. Sie sprechen dann oft von Übelkeit oder Bauchschmerzen, meinen aber Kopfschmerz“, sagt der Experte.

Nicht jedes Medikament
ist für Kinder geeiegnet

Der Gang zum Kinderarzt sei immer empfehlenswert, da Kopfschmerzen auch Anzeichen für eine Hirnhautentzündung oder Folge einer Schädelprellung sein können. Außerdem sollte unbedingt Rücksprache mit einem Kinderarzt gehalten werden, bevor Kinder Medikamente gegen Kopfschmerzen einnehmen, denn nicht alle Medikamente sind für Kinder geeignet. Um auftretende Kopfschmerzen zu lindern, würden je nach Ursache manchmal auch Ruhe und Schlaf, aber auch Bewegung an der frischen Luft helfen. Zusätzlich sei es wichtig, dass das Kind ausreichend trinkt, genug isst und immer frühstückt. „Aber leider ist es nicht immer so einfach“, weiß auch der Mediziner Sören Lutz.

Die Teilnahme am Medizinfourm ist kostenfrei. Die Informationsveranstaltung für Eltern findet im Sitzungszimmer II des Klinikums statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Mehr gibt es im Netz.

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