Neviges : Komplizierte Prozesse brauchen Zeit

Viel zu sehen ist noch nicht, aber der Erneuerungsprozess in Neviges nimmt so langsam Fahrt auf. „Wir haben für ein ganzes Bündel an Maßnahmen Fördermittel beantragt. Ich bin ganz glücklich, dass im März die erste Zusage kam, ich hatte erst ein Jahr später damit gerechnet,“ ist Heike Möller freudig überrascht.

„Deshalb läuft bis zum 10. September die EU-weite Ausschreibung für einen Altstadtmanager“, so die Leiterin des Fachbereiches Planung. „Es wird vermutlich ein Büro aus der Umgebung sein, wir brauchen jemand, der jede Woche vor Ort ist, geplant ist der Markttag. Das Altstadtmanagement soll mit Händlern, Gastronomen und Vereinen sprechen. Eine wichtige Aufgabe wird sein, die Leerstände zu beseitigen. Wie das geschehen soll ist unklar, es sind nicht unbedingt nur Läden“, kündigt die Planungsamtsleiterin an.

Im Winter sind die Bürger zur Elberfelder Straße gefragt

Eines der großen Projekte wird die Umgestaltung der Elberfelder Straße und deren Nebenstraßen sein. „Dafür wird es in diesem Winter ein Beteiligungsverfahren geben. In der Diskussion mit den Bürgern wollen wir ermitteln, wo man fahren oder laufen soll und wo Bänke hinkommen“, so Möller. Bürgermeister Dirk Lukrafka hofft auf Antworten: „Wie muss die Innenstadt werden, was ist für die nächsten Jahrzehnte tragfähig, was passt zu Neviges? Dafür gibt es keine Blaupause, das wird spannend.“

Dazu hat man noch das Stadtklima im Blick, das durch Bäume oder Fassadenbegrünung verbessert werden kann. „Bis zum 30. September 2021 brauchen wir einen fertigen Plan, der liegt dann ein Jahr in Düsseldorf, bis es das Geld gibt, anschließend kommt die Ausschreibung. In drei Jahren geht es los“, schätzt Heike Möller realistisch den Zeitplan ein. „Es wird nicht schneller gehen, aber dafür wird mehr Qualität geben“, ist sich Dirk Lukrafka sicher.

Dafür könnte bereits im kommenden Jahr die Bewilligung für den „Grünen Pfad“ da sein, auch ein Teil des Integrierten Handlungskonzeptes für Neviges. „Im Prinzip gibt es den Weg schon, vom Schloss zur Alten Burg und zum Reiger Weg, hinunter in die Altstadt zum Schloss. Die Technischen Betriebe sind mit der Ausarbeitung von Naturerlebniselementen für die ganze Familie beschäftigt“, versichert Heike Möller. „Die Umgestaltung des Bereiches Auf der Beek kommt on Top, die Maßnahme soll mit ins Förderprogramm.“

Das Angebot zur Gewährung von Mietzuschüssen – 50 Prozent bei bis zu 700 Euro im Monat - trifft auf großes Interesse, allerdings kann der Beigeordnete Jörg Ostermann noch keinen Vollzug melden.

Architektenteam für den
Schloss-Umbau wird gesucht

Der im Wahlkampf stehende Bürgermeister Dirk Lukrafka berichtet von sehr gut laufenden Abstimmungen mit dem Fördergeber und dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege, er wartet täglich auf den Bescheid, dass die Mittel für die Entwicklung von Schloss Hardenberg bereitgestellt werden. „Da ist das Mühlengebäude mit drin, da kommt Gastronomie, das ist eine Superlocation. Das Außengelände soll viel für Kinder bieten, wir setzen auf Familien, Kindergärten und Schulen.“ Heike Möller kann verstehen, dass die Bürger ungeduldig werden, weil es bereits sehr lange dauert. „Das ist ein komplizierter Prozess: Die Unterlagen werden gleichzeitig in der Bonner Außenstelle des Amts von Monika Grüters, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, und der Oberfinanzdirektion Münster geprüft. Der städtische Immobilienservice sucht derzeit nach einem Architekten, der die Baumaßnahmen im Schloss begleitet.“ Es soll ein Team mit Knowhow sein, präzisiert Jörg Ostermann. „Beim Histoorischen Bürgerhaus Langenberg hatten wir auch ein Team, für eine Person allein ist das nicht machbar“, spricht der Bürgermeister aus Erfahrung.

Für die Neugestaltung des Pilgerparkplatzes stand der Bagger praktisch schon bereit, aber die Obere Denkmalbehörde legte Widerspruch ein. Nun wird es für ein Gesamtkonzept der Außenanlagen einen landschaftsplanerischen Ideenwettbewerb geben.

„Wir möchten Erlebnisse für Neviges und die Region schaffen, dabei wird der Teich eine Rolle spielen“, so der Bürgermeister, der sich vorstellen kann, dass dort Kinder mit dem Kescher Naturerfahrungen machen, so wie es in Holland oft der Fall sei.