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Velbert Kommunalgebühren steigen

Velbert. · Sinkende Erlöse beim Altpapier treiben die Abgaben für die Müllentsorgung 2021 in die Höhe.

 Auch bei der Müllabfuhr – hier im Wohngebiet Auf den Pöthen in Neviges im Einsatz – steigen die Gebühren.

Auch bei der Müllabfuhr – hier im Wohngebiet Auf den Pöthen in Neviges im Einsatz – steigen die Gebühren.

Foto: Reinhard Lüdeke

„Erstmals seit langer Zeit liegen die Technischen Betriebe über der allgemeinen Preisentwicklung“, erläutert Thomas Braumüller, Kosten- und Gebührenrechner der TBV. Mit maximal knapp zwei Prozent – entsprechend höchstens 40 Cent pro Person und Monat – fällt der für verschiedene Musterhaushalte durchgerechnete Anstieg aber noch moderat aus.

Während sich die Abgaben für Abwasser, Straßenreinigung und Winterdienst sehr geringfügig nach oben oder unten entwickeln, sorgt die sogenannte Kreismischgebühr im nächsten Jahr für einen Kostensprung bei den Müllgebühren. Diese Abgabe pro Tonne Restmüll muss Velbert als Entgelt an den Kreis entrichten. Sie steigt zum 1. April 2021 um satte 25 Prozent von 141 auf 176,50 Euro pro Tonne. Das schlägt auf die Velberter Gebühren durch - die Abfallentsorgung wird für Restmüll- und Biotonnennutzer 5,35 Prozent teurer, Eigenkompostierer zahlen 5,50 Prozent mehr.

Weggebrochen: Einnahmen
aus dem Altpapiergeschäft

Als wesentliche Gründe für den Aufschlag nennt der Kreis zum einen gestiegene Verbrennungskosten je Tonne in der Müllverbrennungsanlage Wuppertal, zum anderen seien die Einnahmen aus dem Altpapiergeschäft, die sich bislang positiv auf die Kreismischgebühr ausgewirkt haben, weggebrochen, so Braumüller. Bis September letzten Jahres lagen die die Preise für PPK-Verkaufsverpackungen – PPK steht für Papier, Pappe und Kartonagen – noch zwischen 80 und 100 Euro, erläutert Abfallwirtschaftsplanerin Irmgard Olberding: „Danach sackten sie bis zum Jahresende 2019 auf circa 50 Euro ab.“ Nach einem ständigen Auf und Ab dürften sie aktuell unter denen vor einem Jahr liegen, sagt die Nevigeserin. Ein Grund ist zum Beispiel, dass der Export nach China völlig zum Erliegen kam, da die Asiaten keine Lizenzen zur Einfuhr von Altpapier vergeben haben. Da das Altpapier praktisch die wichtigste Einnahmequelle ist, die die Kreismischgebühr gebührensenkend beeinflusst, schlage der Preisverfall entsprechend durch.

Ohne die Erhöhung der Kreismischgebühr und unter Einbeziehung aller anderen Faktoren wie zum Beispiel niedrigere Abschreibungen oder Verrechnung von Gebührenüberdeckungen wären die Abfallgebühren sogar um bis zu 0,32 Prozent gesunken, so Braumüller. So kostet die Leerung der Abfalltonne nun 171,30 Euro (plus 8,70 Euro, 80-Liter-Tonne) beziehungsweise 514 Euro (plus 26,10 Euro, 240-Liter-Tonne); Angaben jeweils für Biotonnennutzer.

Eher unwesentlich verändern sich die Kosten für Abwasser: Der Normalverbraucher zahlt einen Cent oder 0,36 Prozent weniger als im laufenden Jahr für den Kubikmeter Schmutzwasser.

Niederschlagswasser wird mit plus sechs Cent pro versiegelten Quadratmeter Grundstücksfläche um 3,61 Prozent teurer. Geringfügig teurer auch wird die Straßenreinigung: Hier steigen die Gebühren für Durchgangs- und Verbindungsstraßen um jeweils acht Cent pro Frontmeter auf 1,95 beziehungsweise 2,07 Euro, für Anliegerstraßen um neun Cent auf 20,19 Euro. In Fußgängerzonen und Geschäftsstraßen werden 20 Cent mehr fällig, der Preis beträgt nun 6,31 Euro pro Frontmeter. Um bis zu 7,4 Prozent günstiger wird der Winterdienst. Die Beträge sinken in Straßen der Priorität 1 um 14 Cent auf 1,76 Euro pro Frontmeter beziehungsweise um sieben Cent auf 1,16 Euro (Priorität 2) und fünf Cent auf 0,84 Euro (Priorität 3).

Die TBV haben außerdem wieder Musterrechnungen für verschiedene Wohnformen (Ein-/Mehrfamilienhaus, Hochhaus) und Straßenlagen erstellt. Die Mehrkosten bewegen sich für 2021 je nach Modell im Bereich von 20 bis 40 Cent pro Person und Monat.

Eigentlich sollte die Gebührenvorschau wie alljährlich im November üblich im TBV-Verwaltungsrat vorgestellt werden. Vor dem Hintergrund der derzeitigen Pandemie und bei lediglich zwei weiteren Berichtsvorlagen auf der Tagesordnung verzichtete das Gremium auf die Sitzung; die Unterlagen zur Gebührenvorschau und die Musterrechnungen sind aber im Internet einsehbar. Die endgültige Beschlussfassung ist für die Sitzung am 9. Dezember geplant.