Kolpingsfamilie Harden-Neviges Komödie "Heurosige Zeiten"

Neviges. : Die „Glocke“ wird zur Anstalt

Mit der schrägen Komödie „Neurosige Zeiten“ begeistert das Kolping-Ensemble.

Dass nicht alle Plätze vergeben waren lag offensichtlich an der zeitgleichen Aufführung der audiovisuellen Wallfahrt „Pharus“, im benachbarten Mariendom: „Hier ist aber mit Sicherheit mehr gelacht worden“, meinte Regisseur Jürgen Wertmann in seinem launigen Schlusswort. Damit traf er genau den Nerv des Publikums, das die Laienspielgruppe der Kolpingsfamilie Hardenberg-Neviges zuvor für eine ausgesprochen vergnügliche Premiere gefeiert hatte.

Dabei war der Plot dieses Mal eine echte Herausforderung für die Schauspieltruppe: Agnes (gespielt von Ulla Vestweber in ihrer ersten Hauptrolle) Tochter einer reichen Hoteldynastie, droht der Besuch ihrer Mutter. Die weiß nicht, dass Agnes nicht in einer Villa residiert, sondern in der „Klapse“ lebt. Nun sollen die Mitbewohner der skurrilen Psychiatrie-Wohngruppe wie ganz normale Menschen wirken - ein verrücktes und schräges Verwechselungsspiel beginnt.

Ensemble freute sich
über die Herausforderung

„Der Stoff ist einfach schrill, ganz anders als die Stücke, die wir vorher gespielt haben“, schildert Wertmann seinen ersten Eindruck nach dem Lesen der von Winnie Abel geschriebenen Komödie. Die besondere Aufgabe sei es dieses Mal gewesen, die sehr speziellen Charaktere herauszuarbeiten und überzeugend darzustellen: „Aufregend, aber schön“, resümiert Ulla Vestweber nach einem knappen halben Jahr Probenarbeit.

Auch Günter Erner, bisher durchgängig auf die seriösen Rollen abonniert, betrat mit der Rolle des skurrilen Willi Neuland. So hatte die Laienspielgruppe in den vergangenen Monaten nicht weniger Spaß als das Publikum, dem der Abend offensichtlich ausnehmend gut gefallen hat: „Das war wieder absolut klasse“, meinte Horst Axmann - der Velberter und ein Dutzend Freunde zählen seit Jahrzehnten zu den zahlreichen Stammgästen des Ensembles.

Die letzte Vorstellung am nächsten Sonntag ist ausverkauft, es gibt aber für Samstag um 20 Uhr noch freie Plätze. Kartenvorverkauf bei Thea Häger unter Telefon 02053/47242, außerdem an der Abendkasse.

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