Velbert: Klinikum Niederberg zieht in vier Jahren in den Neubau

Velbert : Klinikum Niederberg zieht in vier Jahren in den Neubau

Das neue Gebäude entsteht im Park westlich des bestehenden Hauses. Geschäftsführer schwärmt vom Gesundheitscampus.

In die Neubauabsichten für das Helios Klinikum Niederberg kommt Bewegung: Vor dem Umwelt- und Planungsausschuss nahm Geschäftsführer Niklas Cruse Stellung zu dem 95-Millionen-Euro-Projekt. „Die Übernahme des Klinikums vom Zweckverband der Städte Velbert und Heiligenhaus war mit der Maßgabe verbunden, einen Neubau zu errichten. Wir schauten links und rechts, was sich so machen lässt. 2018 hat die Planung an Fahrt verloren“, räumte Cruse ein. „2019 kam der Hinweis vom Bürgermeister Lukfraka, dass jetzt was passieren muss. Mit neun Kollegen von der Vamed haben wir einen tollen Plan erarbeitet.“

Der Neubau soll mit 400 bis 500 Betten alle Funktionen des bestehenden Hauses bieten. „Die Somatik wird rund 350 Betten erhalten, die anderen sind für die Psychiatrie, die jetzt in der fünften Etage ist, sie wird künftig einen eigenen Therapiegarten und eine Terrasse erhalten“, kündigt der Krankenhausmanager an. „Die Planungen befinden sich in einem Frühstadium, es laufen Abstimmungen mit den Baubehörden. Sicher ist allerdings, wo das neue Gebäude hinkommt.“

Wirtschaftshof des heutigen Gebäudes bleibt bestehen

Dieses wird aus der Sicht der heutigen Anfahrt hinter dem bestehenden Gebäudekomplex entstehen. Westlich von dem Bestandsbau und den Einfamilienhäusern an der Hahnemannstraße befindet sich zurzeit ein großer Park. Der Wirtschaftshof mit dem Technikgebäude und den bestehenden Ver- und Entsorgungseinrichtungen bleibt bestehen.

„Es gibt schöne Erweiterungsmöglichkeiten“, findet Projektleiter Thilo Semisch von der Firma Vamed, dem Generalübernehmer, der verspricht, den alten Baumbestand so gut es geht zu erhalten und möglichst viele extensive Grünflächen neu anlegen möchte. „Es soll so naturverträglich wie möglich sein, deshalb lassen wir jetzt schon ein Artenschutzgutachten erstellen.“

„Das neue Gebäude wird neben dem Erdgeschoss über fünf weitere Etagen und einer Technikzentrale auf dem Dach verfügen. Es erhält einen Vorsprung im Eingangsbereich und drei Lichthöfe für ein angenehmes Arbeiten“, beschreibt Tobias Meßthaler vom Düsseldorfer Planungsbüro HDR, das sich auf Gesundheitsbauten spezialisiert hat. Von der Altbau bleibt ein Teil stehen, und zwar der mit der erst vor wenigen Jahren renovierten Küche und der Cafeteria, die sich dann im Bereich der Vorfahrt befindet und eine Außengastronomie erhalten soll. „Wenn die Patienten in die Eingangshalle kommen, brauchen die sich nur nach links zu orientieen, sie kommen dann in den somatischen Bereich mit Notfallaufnahme und der Ambulanz. „Ende April stellen wir den Bauantrag, Ende des Jahres rechnen wir mit dem ersten Spatenstich, Ende 2023 soll der Neubau fertig sein, 2024 ziehen wir en bloc rüber. Danach erfolgt der Abriss des alten Hauses – das ist schon ehrgeizig“, so Cruse zum Zeitplan.

Dachbegrünung ist wegen technischer Anlagen nicht möglich

Das Parkhaus ist zwar nicht Teil der Sanierung, wird aber in diesem oder im nächsten Jahren auf Vordermann gebracht. Auf weitere Nachfragen aus der Politik musste Thilo Semisch antworten, dass eine Photovoltaikanlage für ein Krankenhaus nicht geeignet ist, Kraft-­Wärme-Kopplung sei da sinnvoller. Eine Dachbegrünung wird eher nicht kommen, weil viele technische Anlagen dort hinkommen. Obwohl die Nutzfläche des Klinikums von derzeit 40 000 Quadratmetern auf 33 000 Quadratmetern sinkt, schwärmt Niklas Cruse vom Gesundheitscampus Niederberg und bezieht das Nephrologische Zentrum von Professor Michael Koch und dessen Facharztzentrum mit ein, das in diesen Tagen fertiggestellt wird.