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"Klimaschutz ist mir eine Herzensangelegenheit"

Wülfrath : „Klimaschutz ist mir ein Herzensanliegen“

Der neue Klimaschutzmanager der Stadt Wülfrath ist 38 Jahre jung, verheiratet und hat zwei Töchter.

Gerd Schlüter ist der Neue im Rathaus. Der 38-jährige Düsseldorfer hat seit zwei Wochen den Posten des Klimaschutzmanagers der Stadt Wülfrath inne. Er folgt somit seinen beiden Vorgängern Ursula Linda Kurzbach und Philipp Schaube, die sich die Stelle zuvor geteilt haben. Für Gerd Schlüter ist Klimaschutz eine Herzensangelegenheit, wie er bei der offiziellen Vorstellung seiner Person zu berichten weiß. „Ich warte noch auf die Benotung meiner Masterarbeit, über ein Fernstudium habe ich in Lüneburg Nachhaltigkeitsmanagement studiert“, so der zweifache Vater von Töchtern. Die stete Qualifizierung liest sich im Lebenslauf des neuen Klimaschutzmanagers wie ein Buch: Begonnen hat Schlüter als klassischer Gas-Wasser-Installateur, später hat er seinen Bachelor als Wirtschaftsingenieur abgeschlossen. Zuletzt war Schlüter sechs Jahre bei einer Firma als Projektmanager angestellt, die Pipelines vertreiben. „Es sind aber mehr die regenerativen Energien, anstatt die fossilen Brennstoffe, die meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen“, erklärt Gerd Schlüter. Und so war der Wunsch nach einer Umstrukturierung für den Düsseldorfer geboren.

Dass ihn seine Wege besonders ins „überschaubare“ Wülfrath ziehen, kommt nicht von ungefähr. „In einer kleinen Verwaltung, wo ich alle Entscheidungsträger auf einer Stelle finde, hoffe ich schnellere Erfolge zu erzielen“, gibt er wieder. Eines davon soll die Inbetriebnahme von E-Mobilen im Verwaltungsfuhrpark sein. Ein Anliegen, das auch Bürgermeister Rainer Ritsche nach Kräften unterstützt. „Ein Förderantrag für zwei Ladesäulen wurde bereits eingereicht. Wir hoffen, somit auch die Mitarbeiter motivieren zu können, sich ein solches Fahrzeug anzuschaffen. Wunschgemäß, sollte die Frage der Steuern geklärt werden können, möchten wir das Aufladen dann kostenlos anbieten“, so Ritsche, der sich sichtlich über die Neubesetzung der zuvor vakanten Klimaschutz-Stelle freut. „Gerd Schlüter passt mit seiner soliden und handfesten Berufskarriere gut in das Rathausteam“, ist sich dieser sicher.

Eine weitere Kernaufgabe des neuen Managers soll der bereits angestoßene Ausbau von einer Photovoltaikanlage auf dem Rathausdach sein. „Sukzessive möchte ich mir auch die anderen städtischen Liegenschaften angucken, ob sich solche PV-Anlagen auch dort eignen“, ergänzt Gerd Schlüter, der seinen Wirkungskreis noch breiter ziehen möchte. „Es wäre schön, wenn wir auch die Bürger von diesen Vorteilen überzeugen könnten.“

Die Stelle des Klimaschutzmanagers ist laut Förderbescheid zunächst bis zum 31. März des nächsten Jahres begrenzt. „Wir gehen aber davon aus, dass wir eine zweijährige Anschlussförderung bekommen“, zeigt sich der Technische Beigeordnete Stefan Holl zuversichtlich. Und auch darüber hinaus, so hofft Bürgermeister Rainer Ritsche, hört das Klimaschutzthema nicht auf. „In meiner Amtszeit kann sich Gerd Schlüter sicher sein, werde ich bei der Politik für eine unbefristete Übernahme der Stelle appellieren.“ 

Die Netzwerkarbeit möchte Gerd Schlüter ebenfalls vorantreiben. Dazu zählt beispielsweise eine Wiederholung der bereits erfolgreich initiierten Klimaschutzmesse. „Auch die Kampagne ‚Wülfrath Solar‘ möchte ich starten, sobald die Pandemie vorüber ist“, gibt er wieder. Besonders gefreut hat sich Gerd Schlüter, als er vom Wülfrather Unverpacktladen „Grünkorn“ gehört hat. „Ich kann mir vorstellen, dass die Betreiberinnen sehr oft mit Menschen ins Gespräch kommen, denen der Klimaschutz am Herzen liegt. Ich freue mich schon jetzt auf einen Austausch.“

Wenn Gerd Schlüter nicht gerade beruflich oder privat für den Klimaschutz einsteht, dann betreibt er übrigens sehr gerne Sport. „Ich nehme gerne an Triathlons teil und bewege mich als Ausgleich gerne in der Natur“, gibt er wieder. Künftig hofft der neue Klimaschutzmanager zudem, ein Teil der Freiwilligen Feuerwehr Wülfrath zu werden und Einsätze während der Berufszeiten abzudecken. Vorkenntnisse hat er bereits.

In seinem Heimatort in der Nähe von Soest war er in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Für Stefan Holl wäre diese Kombination wünschenswert. „Wir haben gerade während der klassischen Arbeitszeiten Probleme, die Einsätze personell abzudecken.“ Gespräche diesbezüglich sollen im Januar geführt werden.