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Kleine Höhe: Velbert lehnt jede Art von Bebauung ab

Kleine Höhe: Velbert lehnt jede Art von Bebauung ab

Bürgermeister Freitag stellte am Freitag eine Resolution vor, die sich nicht gegen eine Forensik richtet, sondern den Erhalt des Grünzugs fordert.

Velbert. Mehr als 100 Briefe und E-Mails sind mittlerweile im Rathaus eingegangen, in denen Bürger ihre Bedenken gegen eine mögliche Ansiedlung einer forensischen Klinik auf der Kleinen Höhe zum Ausdruck bringen.

Bürgermeister Stefan Freitag hat am Freitag einen Resolutionsentwurf vorgestellt, mit dem der Rat die Ansiedlung einer solchen Klinik auf dem Wuppertaler Gebiet in unmittelbarer Nähe zu Neviges ablehnt.

Auf einer Pressekonferenz im Rathaus betonte Freitag, dass die Stadt nicht grundsätzlich gegen eine Forensik sei. „Wir wissen, dass in NRW, auch im Landgerichtsbezirk Wuppertal, neue forensische Plätze geschaffen werden müssen“, sagte er.

Aber der Standort an der Grenze zu Neviges sei nicht geeignet, weil er schwerwiegende Einschnitte in den Landschafts- und Naturschutz sowie die wasserwirtschaftlichen Belange bedeute, sagte der Bürgermeister.

Velbert hatte in der Vergangenheit gegen die Pläne Wuppertals protestiert, die Kleine Höhe als Gewerbegebiet beziehungsweise Wohngebiet auszuweisen. „Mit der Ablehnung einer forensischen Klinik dort befinden wir uns auf der Linie, die wir seit Jahren gegen eine Bebauung verfolgen“, sagte Freitag.

Eine Anstalt auf einem rund fünf Hektar großen Areal der Kleinen Höhe würde den regionalen Grünzug des Bergisch-Märkischen Hügellandes, der sich von Düsseldorf bis nach Westfalen erstreckt, zerschneiden, verwies Freitag auf eine Stellungnahme des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz.

Zudem würden durch eine Bebauung seltene Tierarten wie Rotmilan und Feldhase sowie bedrohte Vögel und Fledermausarten gefährdet, zitierte der Bürgermeister aus einem Umweltbericht aus 2005 zum Entwurf des Bebauungsplanes „Kleine Höhe“ sowie einer BUND-Untersuchung von 2002.

Zudem würde das Landschaftsbild verletzt und das Naherholungsgebiet beeinträchtigt. Durch die Versiegelung könnten Quellen versiegen und für Neviges eine neue Hochwassergefahr entstehen, die vermutlich nur mit dem Bau eines Hochwasserrückhaltebeckens zu verhindern sei.

Zum Thema Forensik werde die Stadt nicht informieren, sagte der Bürgermeister — dies sei Aufgabe des Ministeriums. Freitag will alle Initiativen unterstützen, die sich gegen eine Bebauung der Kleinen Höhe aus Gründen des Landschafts- und Naturschutzes aussprechen.

„Aber wir werden kein Öl ins Feuer gießen und uns an einer Sicherheitsdiskussion zum Thema Forensik beteiligen.“ Freitag glaubt, dass die Landesregierung bei massiven Bürgerprotesten aus Velbert und Wuppertal nicht weggucken wird.