Wülfrath: Kita-Neubau verzögert sich deutlich

Wülfrath : Kita-Neubau verzögert sich deutlich

Bevor sich an der Schulstraße Kindergartenkinder tummeln, wird das Jahr 2020 ins Land gehen. Das wurde im AWS deutlich.

Die geplante Kita an der Schulstraße wird definitiv nicht im Jahr 2019 in Betrieb gehen. Das sagte Kämmerer Rainer Ritsche bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung (AWS) im großen Sitzungssaal des Rathauses. Vorangegangen war eine Anfrage von Frank Berg (CDU), der wissen wollte, wie der aktuelle Stand sei. Die gleiche Frage hatte auch die WZ der Verwaltung am vergangenen Montag gestellt und folgende Antwort von Hochbauamtsleiter Martin Groppe bekommen: „Beim Fortgang der Aktivitäten im Baufeld stand die Benennung eines Unternehmens zur Kampfmitteluntersuchung aus. Dieses wurde jetzt durch die Bezirksregierung dem Ordnungsamt benannt. Die Untersuchungen werden in Kooperation mit unserem Unternehmer für die Erdarbeiten erfolgen. Die terminliche Koordination dieser Aufgaben erfolgt derzeit zwischen den Beteiligten.“ Kein Wort davon, dass der zu diesem Zeitpunkt immer noch im Raum stehende Eröffnungstermin „August 2019“ längst nicht mehr zu halten war.

Noch bevor Rainer Ritsche mehr als überraschend Stellung zu den weiteren Verzögerungen genommen hatte, berichtete der Technische Dezernent, Martin Barnat, dem Gremium über die Ausschreibungsfrist für ein Generalunternehmen, die am 28. November endet. Nach Prüfung sei eine Vergabe der Leistungen bis zum 18. Januar 2019 möglich. Das hatte zuvor auch Martin Groppe auf WZ-Anfrage bestätigt. „Im Dezember werden wir also wissen, ob es einen leistungsfähigen Bieter gibt der im vorgesehenen Kostenrahmen angeboten hat. Da es einige Rückfragen zu unserer Ausschreibung gegeben hat können wir davon ausgehen, dass wir Angebote erhalten werden“, so der Hochbauamtsleiter. Bei der Sitzung selbst berichtete Martin Barnat noch von den Verzögerungen, bis die Bezirksregierung Düsseldorf grünes Lich in Sachen Kampfmitteluntersuchung gegeben habe, die allerdings obligatorisch ist. Zuvor habe die ganze Aufmerksamkeit der Behörde dem extremen Niedrigwasser des Rheins gegolten, weil so Luftaufnahmen möglich waren, die es sonst nicht gäbe. Wülfrath musste sich in diesem Fall hinten anstellen.

Ob diese Verzögerung letztendlich zu höhreren Baukosten führen könnte, blieb bei der AWS-Sitzung unbeantwortet. Dies werde frühestens absehbar, wenn die Angebote auf die Ausschreibung geprüft werden. Aktuell stehen rund 4,5 Millionen Euro im Raum, allerdings war in der Vergangenheit von vier Millionen Euro die Rede.

Rainer Ritsche fasste sein Fazit im Gespräch mit der WZ gewohnt emotionslos zusammen: „Die Botschaft lautet, dass die Rechtsansprüche der Eltern gesichert sind.“ Im laufenden Kita-Jahr gibt es zwei Vorlaufgruppen am Pütt. Die Räumlichkeiten sind laut Kämmerer angemietet und können so lange genutzt werden, bis die neue Kita an der Schulstraße fertiggestellt ist. Dafür gebe es einen entsprechenden Vertrag. Die momentan dreigruppige Kita an der Wilhelmstraße könnte zudem laut einem Medienbericht ab 1. August 2019, dem neuen Kita-Jahr, zweigruppig von der Freien Aktiven Schule weitergeführt werden. Mehr Informationen zu diesem Thema soll es im kommenden Jugendhilfeausschuss am 21. November (17 Uhr, großer Sitzungssaal des Rathauses) geben.

Weitere Nachfragen zu einem Zeitfenster möchte Rainer Ritsche nicht mehr hören. Sie brächten nur „nicht nötige Unruhe in das Thema“. So formulierte er es in der Ausschussitzung. Das sei mittlerweile Konsens in der Verwaltung, da zu viele Unwägbarkeiten weitere Verzögerungen auslösen könnten.

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