Niederberg : Eine Verwaltung für zwei Kirchenkreise

Niederberger Kreissynode sprach sich für Zusammenarbeit mit Düsseldorf-Mettmann aus.

Am Wochenende tagte die Kreissynode der elf Kirchengemeinden, die sich im Wesentlichen auf dem Gebiet der Städte Heiligenhaus, Velbert und Wülfrath befinden. Hinzu kommt die Gemeinde Dönberg. Die Kreissynode berät die gemeinsamen Angelegenheiten und wird von Superintendent Jürgen Buchholz geleitet. Sie wurde mit einem Gottesdienst in der Apostelkirche in Velbert eröffnet.

Diesmal wurde besonders an drei Jahresdaten erinnert: Vor 100 Jahren endete der Erste Weltkrieg. Vor 80 Jahren rissen die Nationalsozialisten in der sogenannten Reichspogromnacht die jüdischen Synagogen nieder, schlugen die Schaufenster jüdischer Händler ein und misshandelten und töteten tausende Juden. Zudem markiert das Jahr 1989 den Fall der Mauer zwischen den ehemals zwei Teilen Deutschlands.

Superintendent Jürgen Buchholz nahm diese historischen Ereignisse in seinem Bericht indirekt auf, indem er feststellte: „Wir müssen die Demokratie und das Gemeinwohl stark machen: 1933 starb die Demokratie nicht, weil es zu viele Nazis gab, sondern weil es zu wenig Demokraten gab. Wir können menschenverachtende Ideologien nicht dulden. Menschenfeindlichkeit, die auf einzelne gesellschaftliche Gruppen ausgegossen wird, ist antidemokratischer Populismus. Dagegen können wir den Reiz der Demokratie wieder entdecken. Und besonders als Christen können und müssen wir das, weil Christus uns zur Freiheit befreit.“

Nach dem Bericht des Superintendenten begannen die Beratungen der Synode. Ein wichtiger Punkt war dabei die Zusammenlegung der Verwaltungen mit dem Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann. Wenn die Kreissynode Mettmann am kommenden Wochenende den selben Beschluss fasst, werden die Verwaltungen sukzessive bis Ende 2020 zusammengelegt. Dabei werden nacheinander die einzelnen Abteilungen zusammengeführt und zunächst die beiden Standorte in Mettmann und Velbert erhalten. Nur scheinbar paradox ist es da, dass der neue Verwaltungsleiter, Wilfried Stoll, vorgestellt wurde. Mit seiner großen Erfahrung wird er in seinen letzten Berufsjahren dazu beitragen, dass die Fusion der beiden Verwaltungen auf qualitativ hohem Niveau vollzogen wird.

Natürlich wurde auch über die Finanzen diskutiert. Während die Kirchensteuereinnahmen in der gesamten Rheinischen Kirche weiterhin ansteigen, ist die Entwicklung im Kirchenkreis Niederberg deutlich schlechter. Deswegen wurde für 2019 ein vorsichtiger Ansatz gewählt. Damit haben die einzelnen Gemeinden entsprechend weniger oder nur leicht steigende Mittel für ihre Arbeit zur Verfügung. Hinzu kommen höhere Ausgaben im Bereich der Verwaltung durch die tariflich steigenden Personalkosten.

Auch die Vesperkirche wurde thematisiert. Superintendent Buchholz hat dieses Projekt initiiert. Unter dem Thema „Vielfalt unter dem Kirchendach“ werden im Januar und Februar 2019 die Christuskirche in Velbert und die Stadtkirche in Wülfrath für je zwei Wochen zu Gasthäusern für Mittagessen und Kaffee. Alle Menschen können Gast sein, aber auch zum Gastgeber werden.

Der Superintendent warb: „Wir brauchen noch Spenden, damit wir die Vesperkirchen finanzieren können. Und wir brauchen noch viele Menschen, die bei der Vesperkirche mithelfen wollen.“