Kreisgeflügelschau : Hähne, Tauben und Fasane zeigen sich von ihrer schönsten Seite

Züchter zeigten bei der Kreisgeflügelschau ihre Tiere.

Der stolze und stattliche Hahn der Rasse „großer Italiener“ kräht es laut hinaus in den Saal, alle sollen es wissen: Mit 95 Punkten ist er heute der Schönste seiner Art. „Ein Prachtkerl“, schwärmt sein Züchter Dieter Kube und verweist auf den für das laienhafte Auge nicht minder schönen Gockel direkt im Käfig nebenan, „er hier hat weiße Flecken in den Flügeln, das ist nicht gewollt, daher hat er auch weniger Punkte bekommen.“

Viele Besucher sind an diesem Wochenende gekommen, um rund 500 Tiere anzuschauen, sich über die verschiedenen Geflügelarten zu informieren, vielleicht liebäugelt der ein oder andere auch mit einer eigenen kleinen Hühnerschar im Garten. Daher gibt es auf den Infotafeln nicht nur Angaben über Rassenamen, Herkunft und Gefieder, sondern auch wie viele Eier gelegt werden.

Die ursprünglich aus Japan stammenden, fasanenartigen schwarz-weißen Yokohama Hühner etwa gelten zwar als eine der schönsten Rassen, aber mehr als 80 bis 100 Eier im Jahr sind nicht zu erwarten. „Sie sind einfach wunderschön anzusehen, haben aber kaum einen wirtschaftlichen Nutzen“, fasst es Dieter Kube zusammen.

Tauben sind im Gegensatz zu Hähnen angenehm leise

Es ist laut im Paul-Ludowigs-Saal, nicht nur der stolze „Italiener“ kräht, auch die anderen Hähne wollen auf sich aufmerksam machen. Angenehm still dagegen sind die vielen Tauben, einige gurren leise vor sich hin. Der „Schlesische Kröpfer Schalaster“ , eine Rassetaube mit ausgeprägtem Kropf, den sie mit Luft befüllen kann, fällt einer jungen Familie direkt ins Auge. „Schau mal Papa“, ruft der kleine Sohn aufgeregt, „der hat so ein Doppelkinn wie du“.

Einige Reihen weiter präsentiert Ricarda Kiesel vom RGZV Langenberg ihre Diamanttäubchen, Tauben im Miniaturformat von der Größe eines filigranen Wellensittichs. Immer paarweise sitzen sie in einem Käfig und hüpfen aufmerksam und recht neugierig von Stange zu Stange. Da Ziergeflügel paarweise bewertet wird, hat die Züchterin ihre schönsten Tiere heute zusammengesetzt. Und das hat sich ausgezeichnet: 96 Punkte hat das Paar im Käfig ganz links erreicht, „brillante Tiere in brillanten Wildfarben und mit super Tupfenzeichnung“ heißt es in der Jurybegründung.„Die Diamanttäubchen kommen aus Australien und können als eine der wenigen Taubenrassen auch im Schwarm gehalten werden“, erklärt die Expertin. Auch einige Besucher sind ganz angetan von den kleinen Vögeln mit dem spitzen Schnabel. „Mal was anders, als Kanarienvögel oder Wellensittiche“, bemerkt eine Frau, „sie sind wirklich hübsch anzusehen.“

Seit seinem 14. Lebensjahr züchtet Dieter Kube vom RGZV Gruiten Hühner, nun ist er bald 70 Jahre alt, ohne seine Hühner gehe gar nichts, sagt er. Und dann schaut auch er sich die anderen Ausstellertiere an: Fasanen, ein Gänsepaar, das neugierig das rege Geschehen in seinem großräumigen Ausstellungsstall beobachtet, die stattlichen Brahmahühner mit den „Puschelbeinen“.

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