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Velbert: Keine Aufführung: 13 ist keine Glückszahl

Velbert : Keine Aufführung: 13 ist keine Glückszahl

Anfang der Woche begannen im Bürgerhaus die letzten Proben für das Musical „13“, doch bis 2. April fallen alle kulturellen Veranstaltungen in Velbert aus.

Für die 15 jungen Mitglieder des Ensembles war es ein Wechselbad zwischen großer Euphorie und tiefer Enttäuschung: Nach monatelangen Proben in der Starlight Musical Academy unter Maria Jane Hyde war die Truppe ins Bürgerhaus umgezogen, um dem von den Velberter Kulturloewen und Academy gemeinsam auf die Beine gestellten Musical vor Ort den letzten Feinschliff für die Premiere am 20. März zu geben. Voller Begeisterung starteten die Jugendlichen im Alter von zwölf bis 17 Jahren am Montag mit den Proben, gaben am Dienstag für die Presse eine Kostprobe und freuten sich riesig auf ihren Auftritt. Nicht weniger begeistert und auch stolz zeigten sich die Eltern, die beim Bau von Bühnenbild und Kulissen, bei Ausstattung, Kostümen und Requisiten involviert waren.

Umso heftiger war die Enttäuschung, als der Ehemann von Hyde, Martin Otte-Hyde, dem Ensemble am Mittwoch mitteilen musste, dass als Maßnahme gegen eine Verbreitung des Coronavirus sämtliche kulturellen Veranstaltungen in Velbert abgesagt beziehungsweise verschoben werden. Die Stadt folgte damit einem Erlass des Landesgesundheitsministeriums, nach dem Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern abzusagen, ansonsten einer Risikobewertung zu unterziehen sind.

Die Musical-Truppe traf diese Mitteilung wie ein Schlag: „Es sind Tränen geflossen, die Stimmung war danach total im Keller“, berichtet Ensemblemitglied Paul Hoguth. Der 17-Jährige ist ebenfalls enttäuscht, hatte die Absage aber insgeheim befürchtet und versucht, der traurigen Situation etwas Positives abzugewinnen: „Wenn wir vor leeren Rängen spielen müssten, weil die Leute aus Angst vor
Corona nicht kommen, wäre das auch enttäuschend. Außerdem können wir unseren Auftritt nun noch perfektionieren.“

„Die drei Aufführungen fallen nicht ersatzlos weg, sondern werden in jedem Fall nachgeholt“ bestätigte Martin Otte-Hyde kurz nach der Absage auf Nachfrage der WZ. Wie bei den anderen abgesagten Veranstaltungen ist die Stadt auf der Suche nach Ersatzterminen: „Aufgeschoben heißt nicht aufgehoben. Die Karten fürs Kulturprogramm behalten ihre Gültigkeit,“ betont Linda Frenzel, Leiterin des Kultur- und Veranstaltungsbetriebes Velbert. Gäste können einfach mit ihrer jetzigen Karte den neuen Termin besuchen. Wer jedoch seine Karte zurückgeben möchte, müsse warten, bis die neuen Termine feststehen. Erst dann werde es die Möglichkeit einer Rückerstattung geben.

Derweil greifen die Maßnahmen gegen das Coronavirus auch an anderen Stellen immer mehr ins tägliche Leben ein: So sollen die Schulen bis Ostern auf Fahrten und Ausflüge verzichten. Ausfallen wird die alljährliche Stadtmeisterschaft der Grundschulen im Schwimmen. Der geplante Besuch der Stadtbücherei am gestrigen Donnerstag wurde noch abgesagt, berichtet Bärbel Emersleben, Leiterin der Tönisheider Grundschule: „Auch die Theatervorstellung nächste Woche wurde verschoben.“ In der letzten Aprilwoche wollen die vierten Klassen nach Nettetal fahren: „Ob das stattfindet ist die Frage“, so Emersleben, die betont, dass die Schulen untereinander im engen Kontakt stehen. In der evangelischen Grundschule stehen Klassenfahrten im September an, Besuche in der Bücherei oder bei der Feuerwehr seien erst einmal auf Eis gelegt. Neben dem Schwimmwettkampf und einer bereits abgesetzten internen Theateraufführung stehen an der Regenbogenschule vor Ostern keine weiteren Termine an. Die Sonnenschule sowie die Gesamtschule in Tönisheide hatten keinerlei Fahrten oder Ausflüge geplant.