Wülfrath: Kegler wollen mehr Jugendliche für ihren Sport begeistern

Wülfrath : Kegler wollen mehr Jugendliche für ihren Sport begeistern

Wülfrather befürchten ohne Nachwuchs das Aus ihres Vereins.

. Beim Preiskegeln der Keglervereinigung Wülfrath für Jugendliche und erwachsene Hobbykegler räumten in der Mannschaftswertung die „Kynossen“ deutlich mit 1079 Holz ab. Den zweiten Platz belegte die Familie Pyplatz (978) und der „Schaukelstuhl“ der Arbeiterwohlfahrt. „Es ist mau angelaufen, aber dann lief es immer besser“, beschrieb der Erste Vorsitzende Dieter Droß den Verlauf des Turniers. Beim Herreneinzel (16 bis 60 Jahre) ging der Siegerpokal an Georg Schlich, bei den Damen an Nicole Emrich. In der Altersklasse 61 Jahre und aufwärts waren Hartmut Lax und Marlies Kahl erfolgreich, die Burggräfs siegten bei den Familienwertungen. Als beste Jugendliche wurde Fabienne Lange beglückwünscht.

Wie viele Vereine, haben auch die Sportkegler Schwierigkeiten, Nachwuchs zu finden. „Es ist schwer, junge Leute zu begeistern“, sagt Dieter Droß, der auch den Kontakt zu den Schulen gesucht hatte. „Zum einen dauert heute der Unterricht bis in den Nachmittag hinein, zum anderen haben wir viel Konkurrenz, wie Reiten, Tennis oder Golf. Daneben haben wir Kegler ein schlechtes Image, vonwegen saufen und so. Wer nicht geübt ist, wird schnell merken, wie körperlich anstrengend das ist. Wir brauchen Nachwuchs, sonst ist in fünf bis sechs Jahren Schluss bei uns“, lautet die düstere Prognose des Vorsitzenden.

Es gibt aber auch hoffnungsvolle Entwicklungen: „Wir sind stolz auf einen körperlich behinderten Jugendlichen, der leidenschaftlich gerne und gut kegelt“, freut sich Geschäftsführer und Jugendbetreuer Jan-Henrik Duthe. „In der kommenden Saison verstärkt er unsere Mannschaft beim Ranglistenturnier.“

Kinder und Jugendliche trainieren einmal pro Woche ihr Können

Alle Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren sind willkommen, den Kegelsport auszuprobieren. Trainiert wird ab 6. September freitags von 15.30 bis 16.30 Uhr auf der Anlage der Arbeiterwohlfahrt, Schulstraße 13. Das Kegelspiel ist eine der ältesten Sportarten überhaupt. Vorläufer gab es bereits im alten Ägypten. Bei Ausgrabungen fand man Teile eines Kinderkegelspiels aus der Zeit um 3500 vor Christus. Vorformen des heutigen Kegelns sind im Frühmittelalter entstanden. Seit dem 12. Jahrhundert sind volkstümliche Kegelspiele belegt. Erstmals wird 1157 in der Chronik von Rothenburg ob der Tauber das Kegeln als verbreitetes Volksvergnügen geschildert. Im niederrheinischen Xanten ist für das Jahr 1300 eine Kegelgilde belegt, deren Einnahmen dem Bau der Stiftskirche zugute kamen. uba

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