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Neviges: Junge Musiker beweisen in Neviges ihr Rhythmusgefühl

Neviges : Junge Musiker beweisen in Neviges ihr Rhythmusgefühl

. „Schaut mal, wie feinfühlig Aron spielen kann. Auch Luc macht das sehr gut“. Jürgen Lesker ist voll des Lobes über seine sieben gelehrigen Schüler, die mitten in den Sommerferien etwas Neues lernen möchten.

Nur ab und zu muss er die Haltung der Sticks korrigieren, wenn er zeigt, wie man den Steel Drums harmonische Töne entlockt. „Ich merke, dass ihr Euch mit Rhythmus beschäftigt habt“, freut sich der Musiker. Im Rahmen des Kulturrucksacks NRW ist der Dortmunder im Jugendzentrum an der Lessingstraße zu Gast, wo er musikbegeisterten Kindern ganz neue Erfahrungen vermitteln kann. „Das Spielen auf den karibischen Ölfässern ist leicht für Menschen ohne musikalische Vorkenntnisse zu erlernen“, versichert der Dozent.

Am Dienstag hatte er es mit kleinen Profis zu tun. Luc trommelt auf dem Schlagzeug, Simon kennt sich am Klavier und der Gitarre aus, alle haben mehr als einmal ein Instrument in der Hand gehabt. Die Trommel-Combo kommt gut voran, nach der Mittagspause wird ein erstes Konzert gegeben. Zuhörer im gebotenen Abstand sind die „Kellerkinder“.

Unten im Probenraum, wo sonst die Bands des Nevigeser Jugendzentrums ihr Zusammenspiel verfeinern, werden kleine, lustige Trickfilme gedreht – mit Stop-Motion-Technik: Unbewegte Dinge werden mehrmals hintereinander aufgenommen, aber bei jeder Aufnahme jedes Mal ein kleines bisschen anders, so dass im Film eine Bewegung daraus wird. Konstanze Bemberg hat drei Tablets auf einem Stativ montiert, eine Stop-Motion-App sorgt für die flüssige Aneinanderreihung der Einzelbilder.

„Unser Film ist 30 Sekunden lang, dafür haben wir 500 Einzelbilder und vier Stunden Zeit gebraucht“, beschreiben Merle und Johannes die Entstehung ihres ersten Trickfilms. Die beiden greifen das zurzeit alles beherrschende Thema Corona auf: Bemalte Mund-Nasen-Masken treffen sich, bis die Polizei kommt. „Partys sind im Moment nicht erlaubt.“ Nach dem erfolgreichen Erstlingswerk arbeiten sie am nächsten Streifen. Dafür werden aus leeren Joghurtbechern und Shampoo-Flaschen fantasievolle Figuren gebastelt. Till und Felix hatten ebenfalls Masken zum Leben erweckt, die gegen das Virusmonster kämpfen. Philip und Fynn formen Knetmasse: Da wird aus einem Wurm ein Gesicht, das Müll verspeist.

So ganz nebenbei werden im Haus die Toiletten erneuert. Die Bauarbeiten lassen sich gut mit dem Ferienprogramm vereinbaren. „Wegen Corona kann ich nur zwei Kurse mit sechs bis sieben Kindern anbieten“, bedauert Corinna Schulz, seit 30 Jahren die gute Seele des Kinder- und Jugendtreffpunktes im Siepen. „Die Eltern sind sehr, sehr dankbar. Für viele ist es eine schwierige Lage: Sie fahren nicht in Ferien, weil sie bereits vor einigen Wochen den Jahresurlaub nehmen mussten.“

Am kommenden Dienstag gibt es einen Ausflug in die Laserspielwelt der Fun Fabrik Wuppertal, bevor zwei Tage später das Spielmobil zum Abschlussfest kommt. Für den Rest der Sommerferien macht das Jugendzentrum Betriebsferien.