Neviges : Jugendzentrum Neviges digital aufgestellt

Nachwuchsmusiker werden zu einem Online-Contest eingeladen.

Die Karnevalsfete vor etwas über einem Jahr war die letzte große Veranstaltung, die im Jugendzentrum an der Lessingstraße über die Bühne ging. Danach konnte der beliebte Treff im Siepen nur eingeschränkt besucht werden. „Wir hatten noch ein tolles Sommerferienprogramm, unter anderem mit Workshops rund um Fotos und Steeldrums, aber immer nur höchstens zehn Teilnehmer“, erinnert sich Brigitte Bittner. Seit November ist geschlossen, aber hinter den Kulissen wird weiterhin ein breites Angebot für Kinder und Jugendliche bereit gehalten. „Die meisten sind uns treu geblieben, wir stehen weiterhin durch die digitalen Medien in Verbindung“, so die studierte Sozialwissenschaftlerin.

Der Online-Kochclub ist immer dienstagabends angesagt

Ihre Kolleginnen Corinna Schulz und Laura Gundermann kochen digital zusammen mit den älteren Jugendlichen. „Die beiden setzen sich freitags zusammen und überlegen, was im Online-Kochclub am Dienstagabend auf den Tisch kommt.“ Mittwochs sieht der Wochenplan „Game & Fun“ vor. Doch das Zocken wird erstaunlicherweise von den Jugendlichen ab 14 gar nicht so gut angenommen. „Ich denke, das liegt daran, dass die schon den ganzen Tag vor dem Rechner sitzen“, vermutet Brigitte Bittner, die weiß, dass der Gesprächsbedarf dennoch groß ist. Das merkt sie, wenn sie donnerstags den „Teenie-Talk“ eröffnet. „Dann werden wir mitunter in die private Umgebung eingeladen, man zeigt seine Zimmer, ob sie nun aufgeräumt sind oder nicht, auch wichtige Gegenstände werden in die Kamera gehalten. Ein Junge wollte beweisen, dass er Homeschooling ernst nimmt, der hockte demonstrativ über seinen Heften und Büchern.“

Nach dem runden Tisch am Freitagmorgen gibt es ab mittags ein Kreativangebot für die Jüngsten ab sechs Jahren. Da wird vor dem Laptop gebastelt, gebacken und gekocht. Normalerweise findet abends der offene Jugendbereich mit dem zwanglosem Treffen statt. „Das ist zwar derzeit nicht erlaubt, aber wenn der dringende Bedarf zu Einzelgesprächen besteht, ist das nach telefonischer Anmeldung möglich, wir haben Platz in den abgeschlossenen Gruppenräumen.“ Dabei macht Brigitte Bittner eine erstaunliche Beobachtung: „Wenn man die Mädchen und Jungen monatelang nicht gesehen hat, stellt man fest, dass sich in der Zeit einige richtig in ihrer Entwicklung gemacht haben.“

Die Leiterin des Jugendzentrums, Corinna Schulz, wollte trotz Corona etwas für die Kultur tun. „Unsere Hausband ,Fuse one six’ brachte mich auf den Gedanken: Jeder Musiker performt zuhause alleine das selbe Stück und alles wird zusammengeschnitten. Das Video wird auf Instergram eingestellt und anschließend mit der Homepage der Stadt Velbert verbunden.“ Der Contest wird vom 15. März bis zum 16. April durchgeführt. Die Bands werden in der Story der Stadt Velbert am 15. April im Countdown abschließend noch einmal zu sehen sein. Am 16. April wird dann definitiv der Gewinner ermittelt: „Wer die meisten Likes auf Inster hat, der gewinnt“, so Corinna Schulz die Patrick Ryg, dem Social Media Manager aus dem Büro des Bürgermeisters, für die Unterstützung dankbar ist. Mitmachen können alle Nachwuchsbands aus der Umgebung, als Preisgeld stellt das Jugendzentrum 300 Euro zur Verfügung. Wichtig ist, sich vor der Teilnahme unter der Mail-Adresse juze.neviges@velbert.de vorab kurz anzumelden, damit das Video gesichtet werden kann, um sicher zu stellen, dass weder rechtspopulistische oder diskriminierende Inhalte wiedergegeben werden.

„Und irgendwann, wenn es wieder möglich ist, wird die Siegerband in unserer Reihe ,Hard as a rock’ auftreten dürfen“, kündigt die dienstälteste Mitarbeiterin des Siepener Jugendzentrums an. Derzeit wird einiges an Osterferien-Aktionen vorbereitet: Neben einer Schnitzeljagd, Besuche eines Pferdehofes und eines Minigolfplatzes sollen weitere Angebote zusammen mit dem Büro Bildung und Teilhabe stattfinden. Auch in den Sommerferien gibt es Programm. „Das war im vergangenen Jahr sehr beliebt, weil viele nicht wie geplant in Ferien fahren konnten“, so Brigitte Bittner.