Jugendfeuerwehr in Wülfrath hat eine neue Leiterin: Annkathrin Großmann folgt auf Tim Kirschner.

Wülfrath : Das ist die neue Leiterin der Jugendfeuerwehr

Die 24-jährige Annkathrin Großmann übernimmt in Kürze den Posten von Tim Kirschner.

In ihre Aufgabe sei sie sozusagen hineingewachsen – denn sie sei familiär vorbelastet, erzählt Annkathrin Großmann, neue Leiterin der Jugendfeuerwehr Wülfrath. „Mein Opa hat die Feuerwehr geleitet, und jetzt tut es mein Vater.“ Und der habe sie auch als Kind schon mit zur Feuerwache genommen. Auch ihr Onkel und ihre Schwester seien bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Einer ihrer beiden Stellvertreter, Björn Richtermeier, ist außerdem ihr Cousin. Der zweite, Fabian Schulz, ist ihr Freund. „Nur meine Mutter hat mit Feuerwehr nichts am Hut“, sagt sie schmunzelnd. Und wenn das Gespräch zuhause am Esstisch wieder einmal um das Thema Feuerwehr kreise, müsse die Mutter das schon mal mit viel Geduld aushalten.

Im Jahr 2007, erinnert sich die 24-Jährige, habe sie sich entschlossen, ihr zweites Hobby, das Reiten, aufzugeben. „Ich hatte auf einem Turnier eine Prüfung gewonnen, habe dann ein paar Tränen vergossen, war aber entschlossen, mich mehr auf die Feuerwehr zu konzentrieren“, sagt sie. Denn die Übungsabende und die vielen Aktivitäten der Jugendfeuerwehr wie Zeltlager und Ausflüge würden relativ viel Zeit in Anspruch nehmen.

Momentan bekleidet sie den
Rang einer Unterbrandmeisterin

Als sie 18 Jahre alt war, habe sie nach der Jugendfeuerwehrausbildung auch mit der Grundausbildung der „aktiven“ Feuerwehrleute begonnen und sei mittlerweile Unterbrandmeisterin. „Ich habe dann vier Jahre lang als Ausbilderin bei der Jugendfeuerwehr mitgearbeitet“, berichtet sie. Vor einem Jahr habe ihr Vorgänger, Tim Kirschner, sie dann langsam auf ihre Aufgaben als Stadtjugendfeuerwehrwartin vorbereitet.

Unterstützung habe sie von vielen Seiten bekommen: „Sie hat sich bewährt, ist zuverlässig und macht eine super Arbeit“, bestätigt ihr Vater und Leiter der Feuerwehr, Guido Großmann, nicht ohne Stolz. „Es wurden viele Gespräche mit ihr geführt, und alle haben sie motiviert, die Aufgabe zu übernehmen“, sagt Björn Richtermeier. Die offizielle Ernennung muss allerdings noch erfolgen. Als Frau in der Freiwilligen Feuerwehr „ihren Mann zu stehen“ sei kein Problem, meint Annkathrin Großmann. „Ich bin ja schon lange dabei und kann mit so manchem Spruch gut umgehen.“ Auch das Tragen und Ausrollen von schweren Schläuchen, Atemschutzgeräten und Schutzausrüstung mache ihr nichts aus. „Auch in der Jugendfeuerwehr sind immer mehr Mädchen“, betont sie.

Beruflich, erzählt sie, habe sie immer schon mit Menschen zu tun gehabt. Nach ihrem Abschluss am bilingualen Zweig der Wülfrather Realschule machte sie zunächst eine Ausbildung zur Versicherungskauffrau, dann arbeitete sie im Bereich Garten- und Land­schaftsbau.

Die Wülfratherin büffelt an der Düsseldorfer Feuerwehrschule

Als ihr Freund sich dann im letzten Jahr für die Berufsfeuerwehrausbildung beworben habe, habe sie sich entschieden, ebenfalls diesen Weg zu gehen: „Ich bin jetzt an der Feuerwehrschule Düsseldorf und werde als Brandmeisteranwärterin für die Stadt Mettmann ausgebildet.“

Die Frage, ob sie mit Leidenschaft dabei sei, erübrige sich, sagt sie lächelnd: „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht – das spricht doch für sich.“ Es mache ihr nicht nur Spaß, bei der Jugendfeuerwehr ihr Wissen an Jüngere weiter zu geben, auch die Einsätze im Brandfall oder in anderen Notfällen würden ihr viel geben. „Es ist ein tolles Gefühl, Menschen helfen oder retten zu können.“ Fabian Schulz ergänzt: „Kameradschaft wird bei uns groß geschrieben, und da wir auch gemeinsame Freizeitaktivitäten planen, sind wir ein eingeschweißtes Team.“ Angst vor Brandeinsätzen kenne sie nicht, sagt Annkathrin Großmann. „Respekt sollte man immer haben, aber wenn man weiß, was man kann, fühlt man sich auch sicher.“