Velbert Ist Gesamtschule ein Corona-Hotspot?

Velbert. · Die Piraten machen das Infektionsgeschehen an der Poststraße zum Kreistagsthema – die Schulleiterin sieht kein Problem.

 Die Piraten-Partei hat Fragen zum Infektionsgeschehen an der Gesamtschule Velbert-Mitte.

Die Piraten-Partei hat Fragen zum Infektionsgeschehen an der Gesamtschule Velbert-Mitte.

Foto: Ulrich Bangert

Von den 1017 bis Montagmittag kreisweit mit dem Corona-Virus Infizierten waren 228 Velberter. 684 der insgesamt 2956 in Quarantäne befindlichen Menschen aus dem Kreis Mettmann verbringen diese in der Schlossstadt. Ist die Gesamtschule Velbert-Mitte ein Corona-Hotspot? Für die Piraten im Kreistag drängt sich der Verdacht nach Gesprächen mit besorgten Eltern, deren Kinder an der Poststraße unterichtet werden, auf. „Velbert verzeichnet in den vergangenen Wochen kreisweit die höchste Zahl an Infizierten und in Quarantäne befindlicher Menschen. Ein Grund für die hohen Zahlen in Velbert wurde bisher nicht genannt. Wir möchten vom Kreisgesundheitsamt beziehungsweise der Kreisverwaltung wissen, ob Fälle an der Gesamtschule diese Entwicklung ausgelöst haben“, sagt Thomas Küppers, der Gruppensprecher der Piraten-Partei im Gespräch mit der WZ.
„Wir haben mehrere Hinweise zum Infektionsgeschehen an der Schule von Eltern erhalten. An der Poststraße sollen im Oktober zu Beginn der Schulferien acht Lehrkräfte positiv getestet worden sein. An die Eltern soll es dazu keine Informationen gegeben haben. In den vergangenen Wochen sind vermehrt auch Corona-Fälle bei Schülern aufgetreten. Eine vorrübergehende Schulschließung erfolgte nicht. Schülern riet man, sich in freiwillige Quarantäne zu begeben, wenn sie Kontakt zu infizierten Mitschülern hatten, deren Namen aber wohl aus Datenschutzgründen nicht bekannt gegeben wurden“, erklärt Thomas Küppers.

Gesamtschule: Zahl der
Infektionen ist gering

„Warum wurde die Schule nicht geschlossen oder zumindest einzelne Klassen in den Heimunterricht verwiesen? Warum sind auch ansonsten keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden?“, fragt Küppers die Kreisverwaltung. Die Entscheidung der NRW-Landesregierung, die Schulen wieder zu öffnen, hält der Velberter für falsch, „solange es für sie keine Test-Strategie und wissenschaftliche Begleitung gibt“.

Auf Antworten der Kreisverwaltung müssen die Piraten allerdings noch etwas warten. Auch die WZ bat am Montag in Mettmann um eine entsprechende Stellungnahme. „Da eine offizielle Anfrage von einer Gruppe des Kreistages an uns gestellt worden, können wir erst in der nächsten Sitzung, die für den 14. Dezember geplant ist, dazu Auskunft geben“, erklärte Tanja Henkel, Sprecherin der Kreisverwaltung.

Und was sagt die Velberter Gesamtschule? „Wir sind schon sehr überrascht, dass wir als Covid 19-Hotspot gesehen werden. Das Infektionsgeschehen an unserer Schule ist aktuell als sehr gering anzusehen, das sieht beispielsweise an Schulen im benachbarten Wuppertal ganz anders aus“, bezieht Schulleiterin Antje Häusler Stellung. Alle Maßnahmen im Rahmen des Infektionsschutzes, wie zum Beispiel Quarantäne, würden vom Gesundheitsamt Mettmann angeordnet. „Mit dem die Schulleitung im engen Austausch steht. Alle Beteiligten werden von uns zeitnah transparent informiert, bei weiterem Informationsbedarf stehe ich als Schulleitung oder unser internes, achtköpfiges Corona-Team für Fragen zur Verfügung“, so Häusler weiter. Auch per E-Mail an [email protected] könnte jederzeit Kontakt aufgenommen werden. „Ein Kollege arbeitet die Anfragen täglich ab“, versichert die Schulleiterin. Sie ergänzt: „Ja, an uns sind Eltern herangetreten, die die Namen der Infizierten aus den betroffenen Klassen haben wollten. Doch die können wir tatsächlich aus Datenschutzgründen nicht herausgeben. Da kommen wir sonst in Teufels Küche.“ Für Häusler steht fest: „Der Präsenzunterricht kann ohne Einschränkungen erteilt werden. Alle vorgeschriebenen Infektionsschutzmaßnahmen werden an unserer Schule gewissenhaft eingehalten. Auch die Schülerinnen und Schüler halten sich vorbildlich daran.“