Neviges : Bürgerverein fordert mehr Zusammenhalt gegen Leerstände

In der Versammlung wurde die Wirtschaftsförderung kritisiert.

Es mussten noch zusätzliche Tische und Stühle herangeschafft werden – das Interesse an der Zukunft der Nevigeser Innenstadt ist groß. Der Bürgerverein Neviges-Hardenberg hatte zu diesem Thema in den Awo-Stadtteiltreff geladen. Es kamen zu diesem Anlass nicht nur Mitglieder, sondern auch etliche Händler und Immobilienbesitzer. Beklagt wurde unter anderem die Tatsache, dass nun zum anstehenden Jahreswechsel das Kaufhaus Gassmann die Stadt verlässt.

„Wilfried Löbbert hat in 20 Jahren nicht einen Leerstand weggekriegt“, stellten die Anwesenden fest. Olaf Knauer von der Velbert Marketing GmbH kam ebenfalls nicht gut weg: „Der hat sich hier kaum sehen lassen.“ Das Innenstadtkonzept für Neviges ist oft angekündigt worden, doch passiert ist nichts, man zweifelt auch an der dafür notwendigen Finanzierung.

Dafür wiehert der Amtsschimmel umso lauter, wenn es mal ein bisschen vorangehen soll: So berichtete ein Hausbesitzer, dass er eine Mieterin für einen Laden an der Hand hatte. Es musste eine Nutzungsänderung beantragt werden. Die wurde allerdings nicht genehmigt, es fehlten fünf Zentimeter an der Deckenhöhe. „Ich glaub es nicht“, regte sich Bürgervereinsvorsitzender August-Friedrich Tonscheid auf. Der teilte der Versammlung auch mit, dass der leise gehegte Wunsch, Rossmann könne in die vorherigen Geschäftsräume wieder einziehen, sich nicht erfüllen wird. „Der Keller ist zwar inzwischen trocken, aber die Ladenfläche ist für einen solchen Drogeriemarkt einfach zu klein.“

Einig ist man sich, dass Kräfte zusammengeführt werden. „Wir müssen Wallfahrt, Handel und Sportvereine anschreiben, um zu schauen, was man machen kann“, so Tonscheid. Unter anderem wurde vorgeschlagen, das einst sehr beliebte Altstadtfest rund um die Stadtkirche wiederzubeleben. August-Friedrich Tonscheid möchte zuversichtlich nach vorne blicken: „Vorrangig ist es, dass nicht noch mehr Geschäftsleute abspringen, und es darf nichts negativ geredet werden. Es sind jetzt nicht Häuptlinge gefragt, sondern man muss gemeinsam diskutieren.“

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