Wülfrath : Individualität in Pandemie-Zeiten

Die evangelisch-reformierte Gemeinde plant eine Kinderbibelwoche in den heimischen vier Wänden, ein Wülfrather Trostbüchlein und bietet Kirche über das Internet an.

Solidarität und der Gedanke des Miteinanders ist in diesen schweren Zeiten ein wahrer Rettungsanker. Hilfsangebote werden auch in Wülfrath gerne angenommen. Die evangelisch-reformierte Gemeinde hat mit Beginn der Kontaktsperre bereits eine Nachbarschaftshilfe ins Leben gerufen, die in den vergangenen Wochen an Nachfrage zugenommen hat. „Wir haben gut 20 Helfer, die für ältere Menschen Einkäufe erledigen“, erklärt Pfarrer Thomas Rehrmann.

Die meisten Senioren sind allerdings durch das eigene, soziale Netzwerk versorgt. Familienmitglieder oder Nachbarn bieten Hilfestellung bei Einkäufen und Botengängen. „Was letztlich ja auch eine sehr schöne Entwicklung ist“, stellt der Seelsorger fest. Neben dieser Art der Nachbarschaftshilfe wird der kommunikative Austausch dankend angenommen. Besonders alleinstehende Senioren nutzen die offenen Telefonangebote der Gemeinde. „Auch ich vermisse den persönlichen Kontakt mit den Menschen. Wir haben einige alleinstehende Personen in unserer Gemeinde, denen dieser Zustand zu schaffen macht. Das kann ich sehr gut nachempfinden“, so Pfarrer Thomas Rehrmann, der ebenso wie seine Seelsorgekollegen für den telefonischen Austausch zur Verfügung steht.

Die Kirche scheint sich in der aktuellen Pandemie neu zu entdecken. Und so ist auch in der Kalkstadt der Fokus in die digitale Welt gerückt. Gottesdienste werden über das Internet übertragen, die Menschen können vom heimischen Sofa daran teilnehmen. „Wir erreichen mit dieser Form ganz unterschiedliche Menschen und alle Generationen. Das merken wir an der Resonanz. Auch die Zahl der Zugriffe nimmt stetig zu“, freut sich der Pfarrer, der die nächsten Gottesdienste zur Osterzeit anbieten wird.

Währenddessen nutzt das Seelsorgeteam die Zeit, neue und individuelle Ideen zu entwickeln. Gemeinsam mit der Jugendleiterabteilung der Gemeinde wird derzeit an einem Konzept für eine Kinderbibelwoche „at home“ (für Zuhause) gearbeitet. In der zweiten Ferienwoche können sich Kinder auf verschiedene Angebote zum Basteln, Erleben und Lesen in den heimischen vier Wänden freuen.

Texte, Lieder und Gedichte wandern in ein Trostbüchlein

Ebenso soll ein Wülfrather Trostbüchlein aufgelegt werden. An der Entwicklung kann sich jeder Bürger beteiligen. „Wir sammeln derzeit kurze Texte, Lieder oder Gedichte mit tröstendem Inhalt, die wir in einem Buch zusammenfassen möchten“, erklärt der Initiator seine Idee. Dass es bis zur Entstehung der ersten Auflage noch etwas dauern wird, dessen ist sich Pfarrer Thomas Rehrmann bewusst. Er stellt fest: „Wir müssen zunächst einmal die Rechte an den Texten überprüfen.“