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In Wülfrath messen sich die besten Vorleser aus der Region

In Wülfrath messen sich die besten Vorleser aus der Region

Moritz van Nieswandt aus Haan fährt zur Bezirksmeisterschaft.

Wülfrath/Kreis Mettmann. Wie aufgeregt Meike Schäfer ist, merkt man ihr kaum an. Konzentriert und trotzdem lebhaft liest sie ein Kapitel aus ihrem mitgebrachten Buch vor — und lässt den Zuhörer in die Geschichte eintauchen. Dafür hat sie drei Minuten Zeit. Dann ist die nächste dran. Die elfjährige Meike ist eins von zehn Kindern, die am Regionalentscheid des diesjährigen Vorlesewettbewerbs teilnehmen. Die Schul- und Stadtmeisterschaft hat sie schon gemeistert — nun tritt sie gegen fünf Schülerinnen und vier Schüler aus dem Kreisgebiet an.

Jeder durfte sich für die erste Runde ein eigenes Buch aussuchen. „Die Auswahl war richtig schwierig“, sagt Meike. Sie ist eine echte Leseratte. Also für welche der vielen Geschichten sollte sie sich entscheiden? „Ich wollte, dass es etwas Spannendes ist“, sagt sie. Denn das liege ihr beim Vorlesen besonders — gerade die Betonung wörtlicher Rede. Außerdem mache da das Vorlesen mehr Spaß. Am Ende ist es dann ein Buch aus der Reihe „Leo und Dix“ von Ralf Lilienthal geworden — auf Spurensuche im Hotel Atlantic.

Die Auswahl des mitgebrachten Buches ist eines der Kriterien, die in die Bewertung der fünfköpfigen Jury einfließt. Außerdem werden Lesetechnik und Interpretation bewertet: Wie flüssig wird vorgelesen? Passt das Vorlesen zur Handlung? Und wie wird diese vermittelt? Heiko Beneke, Vorlesepate der Wülfrather Medienwelt, der den Wettbewerb moderiert, ist froh, dass er diesmal keine Entscheidung treffen muss. „Die Kinder lesen auf richtig hohem Niveau vor“, sagt er. Man merke den Unterschied zu den vorangegangenen Wettbewerben — es seien jetzt nun mal die Besten aus jeder Stadt dabei.

Umso schwieriger die Entscheidung. Nachdem die zehn Kandidaten je drei Minuten aus ihrem Buch vorgelesen haben, berät sich die Jury. Nur drei Vorleser kommen in die nächste Runde. Meike findet, dass alle toll vorgelesen haben. „Das Weiterkommen wird schwierig.“ Mit in der Jury sitzt diesmal auch eine, die sich mit dem Wettbewerb auskennt. Finja Klingmann (12) hat den Regionalentscheid im vergangenen Jahr gewonnen und darf nun mitentscheiden. „Das wird richtig fies“, sagt sie. Sie hat sich fleißig Notizen gemacht — wer hat gut betont, wer hat seinen Text gut präsentiert?

Nach der Beratung steht fest: Für Meike ist es nach der ersten Runde vorbei. Doch sie wirkt nicht enttäuscht, sondern klatscht für ihre Mit-Vorleser. Im Finale treten Emilia Weinbach aus Ratingen, Johanna Köhler aus Mettmann und Moritz van Nieswandt aus Haan an. Jeder muss zwei Minuten aus einem unbekannten Text vorlesen. Diese Runde kann Moritz für sich entscheiden. Er darf nun beim Bezirkswettbewerb antreten und hat die Chance, sein Können später auch beim Landes- und Bundesentscheid zu beweisen.