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Velbert: In Schulen geben Handwerker den Ton an

Velbert : In Schulen geben Handwerker den Ton an

Vor der Sonnenschule an der Hohenbruchstraße ist ein Graben ausgehoben worden. Mehrere Rohre sind sichtbar, unter anderem ein dickes Betonrohr. „Das ist die Fernleitung mit Heißwasser zur Wärmeversorgung des Gebäudes“, erläutert Thomas Bambey vom städtischen Immobilienservice.

„In der benachbarten Regenbogenschule stehen zwei Heizkessel, die warmes Wasser für beide Objekte erzeugen. In der letzten Zeit kam es immer wieder zu Rohrbrüchen an der Leitung zur Sonnenschule, so dass wir uns entschlossen haben, dort eine eigene, moderne und umweltfreundliche Heizanlage einzubauen. Zuerst haben wir geprüft, ob sich eine Pellet-­Heizung installieren lässt. Aber das scheiterte an den baulichen Gegebenheiten: Es war einfach kein Platz für den Lagerraum mit den Holzpellets da.“

Jetzt kommt Gas von den Stadtwerken Velbert. Die Mitarbeiter haben Gräben ausgehoben, um den Hausanschluss herzustellen. Neben dem Musikraum im Untergeschoss der Schule befindet sich die Energiezentrale, wo das heiße Wasser in einem dicken, isolierten Rohr ankam und auf weitere Leitungen zu den einzelnen Räumen verteilt wurde. In die gut 40 Zentimeter dicke Betonbodenplatte des Kellers ist ein quadratisches Loch geschlagen worden. Darin ist ein Stadtwerke-Mitarbeiter bis zur Hüfte versunken und montiert ein Kunststoffrohr: „Das ist das Leerrohr für die eigentliche Gasleitung.“

Inzwischen sind Manuel Nemitz und Oliver Wazakowski hinzugekommen. Die Inhaber einer traditionsreichen Heiligenhauser Sanitär- und Heizungsbaufirma schauen sich an, wo der neue Kessel montiert werden soll, der nicht viel größer als ein Wandschrank ist. „Das wird ein 90-Kilowatt-Gasbrennwert-Wandkessel, der hat ungefähr die fünffache Leistung, die für ein Einfamilienhaus benötigt wird“, beschreibt Techniker Wazakowski und macht sich seine Notizen.

Es muss eine Kernbohrung durchgeführt werden, damit an der Nordseite des gut 50 Jahre alten Gebäudes ein Außenkamin aus Edelstahl für die neue Gasheizung angebracht werden kann. „Anfang September, aber mit Sicherheit vor dem Beginn der Heizperiode wird der neue Kessel in Betrieb sein“, versichert Thomas Bambey. „Es hatten sich Fehler bei der Ausschreibung eingeschlichen, dadurch kam es zu Verzögerungen. Es war keine europaweite, sondern eine beschränkte Ausschreibung, weil der Wert unter 25 000 Euro bleibt.“

Die Arbeiten mit der größten Lärmbelästung sollen abgeschlossen sein, wenn sich ab Mitte August wieder Schüler konzentrieren müssen. Aus diesem Grund werden vom Fachbereich Immobilienservice größere, störende Baumaßnahmen an Schulen, Turnhallen und Kindertagesstätten vorrangig in den Ferien durchgeführt. In sämtlichen Nevigeser Schulen sind in diesen Wochen Elektriker dabei, Netzwerkleitungen zu verlegen, damit die „Digitale Schule“ Wirklichkeit wird. „Jeder Klassenraum erhält sechs Netzwerkanschlüsse.“ Tobias Grabowski zählt sie auf: „ Zwei unter der Decke für den W-Lan-Router, zwei am Arbeitsplatz des Lehrers für dessen Endgeräte und zwei an der Tafel für Präsenzmedien. Das kann ein Whiteboard sein, ein TV-Gerät oder ein Nah­distanz-Beamer.“

An allen drei Nevigeser Grundschulen werden rund 15 Kilometer Kabel verlegt. „Sonnenschule, Regenbogenschule und die evangelische Schule an der Anseumbourgallee sind sich da ziemlich gleich und kommen auf jeweils 5000 Meter Netzwerk­kabel“, weiß der Fachmann vom Immobilienservice. An der Gesamtschule Neviges in den Räumen der ehemaligen Heinrich-Kölver-Schule kommt mit 10 000 Metern das Doppelte zusammen. Die Leitungen werden unter der Abhangdecke gezogen und in Kabelschächten auf den Wänden verlegt. „Das hat einen großen Vorteil: Man hat jederzeit die Möglichkeit, was Neues einzuziehen, wenn sich die Technik ändert.“ Gleichzeitig werden die alten Beleuchtungskörper durch neue, energiesparende LED-Leuchten ersetzt. „Damit werden wir jetzt nicht fertig, der Rest wird in den Herbstferien erledigt“, kündigt Tobias Grabowski an.