Im Dom erklingen Weihnachtslieder

Die katholische Pfarrgemeinde lud die Besucher zum gemeinsamen Singen ein.

Neviges. Nach den Feiertagen ist in vielen Häusern wieder der Alltag eingekehrt — keine Spur mehr vom Weihnachtszauber. Der Tannenbaum mit den vertrockneten Nadeln liegt zur Abholung bereit, der funkelnde Christbaumschmuck ist in Kisten und Kartons verstaut, und die CDs mit den Weihnachtsliedern liegen nicht mehr griffbereit. Dafür gab es gestern im Mariendom noch einmal so richtig Weihnachtsstimmung an der Krippe. Zusammen mit der Musikgruppe „InTakt“ hatte die Pfarrgemeinde zum gemeinsamen Singen von Weihnachtsliedern eingeladen.

Viele kamen, darunter Jan Wienekamp. „Ich finde es schön, dass ich am 7. Januar in Neviges noch Weihnachtslieder singen kann“, freute sich der Familienvater. Elfriede Bock war eher durch Zufall auf die nachweihnachtliche Singveranstaltung gestoßen. „Das sind alles Lieder, die man kennt, die man gut singen kann“, fand sie mit Blick auf die Liederblätter. Ihre Freundin war traurig, dass sie nicht mit einstimmen konnte. „Der liebe Gott hat mich mit einer Stimme ausgestattet, mit der es sich nicht gut singen lässt“, bedauerte sie, „aber ich höre gerne zu.“ Wenn die zahlreichen Sänger von den Liedtexten aufschauten, blickten sie auf die Krippe, wo seit Freitag die Hirten durch die Heiligen Drei Könige ersetzt wurden.

Bruder Franz Krampf erinnerte an die Geschichte der Weisen, die sich aus dem Morgenland auf den Weg nach Judäa machten. Sie folgten jenem Stern, der die Geburt eines Königs angekündigte, sie wollten dem Kind mit Kostbarkeiten huldigen. Dabei stießen sie auf den intriganten und machthungrigen König Herodes, der alle neugeborenen Knaben umbringen ließ. Maria und Josef entgingen dem Kindsmord, weil sie auf Weisung eines Engels nach Ägypten flohen.

Bruder Frank erzählte eine weitere Geschichte, die von einem hungrigen Wolf aus der Gegend von Bethlehem, der nachts, als die Hirten weg waren und Maria und Josef schliefen, an die Krippe schlich, um das Kind zu fressen. Jesus bemerkte den Eindringling, berührte das Fell und sagte: „Wolf, ich liebe dich.“ Unvorstellbares geschah: Die Tierhaut platze auf, heraus stieg ein Mensch, der nach der Anbetung des Kindes in die Welt zog, um von der erlösenden Berührung zu erzählen.