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Hund auf dem Dach: Straßenkunst oder Straftat?

Hund auf dem Dach: Straßenkunst oder Straftat?

Drei Tage lang wachte ein künstlicher Berner Sennenhund hoch über dem Gymnasium über Lehrer- und Schülerschaft. Seine Herkunft gibt weiterhin Rätsel auf.

Wülfrath. Da sitzt ein Hund auf dem Dach! Und dazu ein stattlicher — ein Berner Sennenhund. „Ein Hund? Was macht der denn da?“ Sichtlich irritiert war Lehrerin Bettina Göller, als sie auf das ungewöhnliche Objekt auf dem obersten Dachvorsprung der Turnhalle des Gymnasiums hingewiesen wurde.

Und damit war sie nicht die Einzige. In Kollegium und Schülerschaft herrschte amüsierte Ratlosigkeit. Knapp drei Tage wachte der Vierbeiner aus Keramik — dann holte die Feuerwehr ihn runter und brachte ihn ins Direktorenzimmer.

Der Hund bleibt ein Rätsel. Schulleiter Joachim Busch weiß nicht weiter: „Wir wissen nicht, von wem er ist und wie er da hoch gekommen war.“ Ein Sicherheitsproblem habe er nicht gesehen: „Es war in den vergangenen Tagen ohnehin sehr windig, da wird er jetzt nicht einfach runterfallen.“

Schülerin Madeline Wehberg sah das anders: „Man kann sich da nicht sicher sein. Es hat keiner nachgeguckt, ob der jetzt befestigt ist oder nicht.“ Schön fand sie den Wachhund trotzdem. „Sehr lebensecht. Das ist wirklich Kunst.“

Kunstlehrerin Nina Köhler war sich sicher: „Das ist ein Scherz. Kann ja nur. Als wir nur einen Baum anmalen wollten, mussten wir schon bei der Stadt anrufen.“ Bemerkenswert sei es, wie schmal die Grenze zwischen Witz und Kunst ist. Kollege Uli Koeppen vermutet hingegen „StreetArt“ — ein neue, moderne Kunstform. Ziel ist es dabei, Objekte öffentlich zu präsentieren. Eine fehlende Genehmigung ist laut Koeppen auch ein Merkmal von „StreetArt“. Von Vandalismus will er dabei nichts wissen: „Ach Quatsch. Man kann es sicherlich entfernen. Und es wird ja keiner gestört.“

Mit einem Schmunzeln begegnete auch Dr. Klaus Wiele dem Tier: „Er ist keine Bedrohung für mich, daher toleriere ich ihn.“ Der Hund sei eine nette Auflockerung der schlichten Außenfassade. Schüler Hendrik Bramsfeld wusste nicht so recht, was er davon halten soll. „Es ist schon irgendwie lustig, aber trotzdem auch irgendwie eine Straftat. Oder? Ich weiß es nicht. Den meisten ist es sowieso nicht aufgefallen, von daher ist es ja dann auch egal.“

Schulverwaltungsamtsleiter Dietmar Ruda war dagegen nicht zum Lachen zu Mute: „Der Hund ist ein Risiko. Was ist, wenn er auf Schüler fällt?“ Er alarmierte die Wehr. Nach WZ-Informationen haben ausgelassen feiernde Schüler nach einer nächtlichen Sause den Keramik-Hund auf die Turnhalle geschafft.