Velbert : Hilfe zur Selbsthilfe am Wegesrand

Der Kreis Mettmann prüft auf Antrag der Piraten-Partei die Einrichtung von Fahrrad-Reparaturstationen am Panorama-Radweg.

Wer öfter mit dem Rad unterwegs ist, stand vielleicht schon einmal vor dem Problem: Eine Panne beendet unplanmäßig die Fahrt, doch das passende Werkzeug ist natürlich nicht zur Hand, um den Schaden zu beheben. Meist bleibt nichts anderes übrig, als den Drahtesel Richtung Heimat zu schieben. Um solchen Eventualitäten besser begegnen zu können, möchten die Piraten Fahrrad-Reparaturstationen zur Selbsthilfe am Panorama-Radweg aufstellen: „Der Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Tourismus hat einstimmig den Kreis Mettmann beauftragt, die Umsetzung zu prüfen, eine Stellungnahme des ADFC einzuholen sowie eine Vorführung der Stationen zu organisieren“, berichtete jetzt Thomas Küppers.

Der Sprecher der Piraten im Kreistag, der auch den Antrag eingebracht hatte, erläuterte die Funktionsweise anhand einer Reparatursäule an der Ruhr-Universität Bochum: In einer Stele befinden sich verschiedene, häufig benötigte Werkzeuge, so mit Ketten an der Säule befestigt, dass sie zwar gut für eine Reparatur eingesetzt werden können, aber nicht unverhofft verschwinden.

„Je nach Ausführung kostet eine Reparaturstation zwischen 500 und 2000 Euro. Finanziert werden sollen die Stationen über Sponsoren“, so Küppers, der anführte, dass es solche Selbsthilfesäulen an vielbefahrenen Radwegen zum Beispiel an der Nordsee bereits gebe. Auch in Städten wie Berlin, Dresden oder Bremen seien sie bereits installiert, zudem würden vermehrt Firmen wie die Deutsche Bahn solche Stationen errichten. Um die Attraktivität der Radwege im Kreis zu steigern und die Akzeptanz fürs Radfahren als Alternative zum PKW zu fördern, biete sich – neben Automaten mit Fahrradschläuchen am Panoramaradweg – die Aufstellung von Selbstbedienungsreparatur-Stationenan hochfrequentierten Strecken an. Küppers stellt sich vor, dass die Werkzeugsäulen an gut einsehbaren und belebten Plätzen aufgestellt werden, um einerseits Werbung für den Sponsor zu machen, sie andererseits vor Vandalismus zu schützen.

Bernd Zielke, Vorsitzender des ADFC-Kreisverbands und Sprecher der Velberter Ortsgruppe, kennt zwar die Automaten mit Material für den Pannenfall, die vorgestellten Selbstbedienungsreparatur-Stationen sind ihm jedoch neu: „Das scheint eine gute Sache zu sein“, meint der Velberter. Sollten solchen Stationen aufgestellt werden, sollte es aber auch Hinweisschilder geben, wo die nächste Reparatursäule zu finden ist, so Zielke.

Dass es Bedarf für Pannenhilfe gibt, weiß Günter Tüller vom gleichnamigen Zweiradgeschäft in Velbert aus der Praxis. Seit der Eröffnung des Panorama-Radweges vor acht Jahren betreibt er einen Automaten mit Fahrradschläuchen in der Nähe des alten Velberter Bahnhofes an der Güterstraße. Das Angebot werde durchaus genutzt, so Tüller, der aber auch von Beschädigungen des Reifenspenders zu berichten weiß.

Für Stefan Atzwanger, zweiter Vorsitzender des Bürgervereins Tönisheide, wäre die Kombination mit Ersatzteilen – einer kleinen Auswahl von Schläuchen und anderem Reparaturmaterial für den Notfall – sinnvoll. Für Tönisheide, wo die Trasse mitten durch den Ortskern verläuft, könnte er sich auch vorstellen, dass ein Kiosk oder einer der Gastronomiebetriebe einen Satz Werkzeuge zum Verleih beziehungsweise Ersatzteile zum Verkauf vorhält. Außerdem sei der Bürgerverein mit den Stadtwerken im Gespräch, damit an der Trasse in Tönisheide eine Ladestation für Elektrofahrräder errichtet wird: „Das würde das Angebot perfekt abrunden!“