Hilfe für Kleinbauern in Afrika: Wülfrather Verein ist Nachhaltigkeit in Togo wichtig

Wülfrath : Verein setzt bei seiner Hilfe für Kleinbauern auf Nachhaltigkeit

Mitgliederversammlung von „Hilfe für Kleinbauern in Togo“.

Seit mehr als zehn Jahren setzt sich Eberhard Karbe für Kleinbauern in Togo ein. Die Kleinbauern machen in etwa zwei Drittel der dortigen Bevölkerung aus. Hauptziel des 1999 initiierten Projekts ist die Verbesserung der Geflügelproduktion, um zur Verbesserung der Ernährung und der Einkommen der Bevölkerung beizutragen. Ein Hauptaugenmerk setzt der Wülfrather Hilfsverein seit langem auf die Impfung von Perlhühnern.

Auf der Mitgliederversammlung erzählte Karbe von seiner Reise nach Togo im vergangenen November. Dort hatte der Wülfrather jeweils mit einem der vier togoischen Tierärzte 16 Dörfer besucht und in Dorfversammlungen mit Kleinbauern über die Ergebnisse der Impfungen oder der Zugabe von organischen Säuren im Trinkwasser bei Perlhühnern diskutiert. „Beide Methoden hatten das Auftreten der Salmonellose in allen behandelten Tieren verhindert, an der sonst 60 Prozent der Perlhühner sterben“, erklärte Karbe. Dadurch verdienten die Kleinbauern deutlich mehr bei deren Verkauf, zumal ein Perlhuhn fast doppelt so viel bringe wie ein Huhn.

Bauern zahlen für das Impfen ihrer Hühner nur einen Euro

„Wir zeigen den Kleinbauern im ersten Jahr die eindrucksvollen Erfolge unserer Methoden, damit sie mit unserem erfahrenen Team in den Folgejahren die Maßnahmen fortsetzen und dann auch die Kosten tragen“, erzählte der Veterinär weiter. Das hätten aber leider nur die Kleinbauern in der Hälfte der Dörfer in den Folgenjahren getan, obwohl der Einsatz von einem Euro beim Impfen zusätzliche Einnahmen von 27 Euro bringe, bei Kauf und Nutzung organischer Säuren sogar 90 Euro.

Die unbefriedigende Bereitschaft der Kleinbauern lasse sich laut Karbe damit erklären, dass die Kosten für Impfungen und dergleichen in den Monaten Februar bis Juli anfallen würden, während die Einnahmen aus Feldanbau und Kleinviehzucht hauptsächlich von Oktober bis Dezember kommen. Daher sei es für die arme Bevölkerung schwer zu sparen. „Die Perlhuhn-Züchter im Dorf Kpong haben dieses Problem nach Einführung unserer Impfung 2016 vorausschauend erkannt und eine Kooperative gegründet, die pünktlich in mageren Monaten bezahlt, während die Züchter der Kooperative das Geld geben, wenn sie Einnahmen haben. Das hat dort 2017 und 2018 so bestens geklappt“, berichtete der Veterinär.

Ziel der Reise von Eberhard Karbe und den vier Tierärzten war es daher, die Perlhuhn-Züchter in säumigen Dörfern zu motivieren, auch derartige Kooperativen zu gründen. Dieser Antrag wurde auch vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) genehmigt. Der Plan des Vereins ist es, 2019 die Zahl der 30 neuen Dörfer zu halbieren. So hätten die Tierärzte vor Ort Zeit und Geld, um in den säumigen Dörfern in Versammlungen die Gründung von Kooperativen zu erreichen. Das sei jedoch schwierig, da dort die meisten Erwachsenen Analphabeten sind. „Die Nachhaltigkeit unserer Maßnahmen erscheint uns aber wichtiger als die Zahl neuer Dörfer, in denen die Nachhaltigkeit in den Folgejahren teilweise verpufft“, erklärte Karbe.