Hier landen Fledermäuse im Backofen

Im Kinderkochbus standen die fliegenden Säugetiere im Mittelpunkt. Die Teilnehmer lernten etwas über die Tiere und formten sie aus Teig.

Neviges. Jede Menge Fledermäuse flatterten durch den Kinderkochbus. Natürlich waren keine echten Exemplare unterwegs, sondern solche aus leckerem Plätzchenteig. Maria, Emely, Nicole und Nele gehören zu dem guten Dutzend Kinder, die im Obergeschoss des ehemaligen Doppeldecker-Reisebusses den Teig ganz flach ausrollten. Anschließend wurden mit unterschiedlichen Förmchen Fledermäuse in verschiedenen Größen ausgestochen und vorsichtig auf ein Backblech geschoben.

Die Stimmung unter den neun- bis elfjährigen Mädchen war prächtig. Wenn ein Ausstechversuch misslang, wurde der Teig zusammengeknubbelt und einfach erneut ausgerollt. „Die Ausstechförmchen hat Frau Todt mitgebracht, die hat uns jede Menge über Fledermäuse erzählt“, sprudelte es aus Nele heraus. „Wir haben eine Menge über die Tiere gelernt. Wenn die fliegen, können die mit den Ohren sehen, und die fressen jede Menge Insekten, wie Mücken“, berichtete sie stolz.

Daniela Todt vom Naturschutzbund (Nabu) im Kreis Mettmann sammelt nicht nur viele Fledermaus-Förmchen, sondern kann viel Wissenswertes über die einzige fliegende Säugetierart vermitteln. „Die leben mitten unter uns. Die Zwergfledermaus, die am meisten verbreitet ist, lebt nicht nur in Kirchtürmen, sondern auch auf Dachböden von Wohnhäusern, mitunter sogar in Rollladenkästen und unter dem Dach des Nizzabades in Langenberg“, berichtete die Naturschützerin.

Sie räumte auch gleich mit falschen Legenden und Vorurteilen auf: „Es stimmt nicht, dass Fledermäuse auf dem Kopf fliegen und sich dabei in langen Haaren verheddern. Es kann aber durchaus passieren, dass sich eine Fledermaus durch ein offenen Fenster in eine Wohnung verirrt.“

Auf jeden Fall waren die Fledermäuse im Kochbus richtig süß und knackig, nachdem sie im Herd fertig gebacken wurden. Conny Eggert und Andrea Fricano, beide vom Verein Kinderstadt Neviges, die den Teig vorbereitet hatten, nutzten die Backzeit zum Saubermachen. Sie wischten das Mehl von den klebrigen Tischen und sammelten die herabgefallenen Teigkleckse auf, bevor sie festgetreten wurden. Im Kinderkochbus, der als Projekt von der Stiftung Lichtblick und der Bergischen Diakonie getragen wird, lernen Kinder, wie gesund und lecker gekocht werden kann. Gleichzeitig verbessern sie ihre Teamfähigkeit und können ihre Umgangsformen bei Tisch aufpolieren. „Es geht nicht darum, dass die Kinder genau lernen, wie lange die Spaghetti kochen müssen und wie die Zutaten zu dem Rezept der dazu passenden Bolognese heißen, sondern es sind die Kleinigkeiten, die von den Kindern verinnerlicht werden. Sie lernen, dass man ein Schälmesser einfach in die Hand nimmt und Gemüse ganz schnell klein schneidet“, stellte Renate Zanjani fest. Die Pressesprecherin der Bergischen Diakonie hatte selber die angehenden Köche angeleitet. „Es ist schon ein Vorteil, wenn die Kinder merken, dass Mehl zum Backen dazugehört.“