Tönisheide: „Hier bekommt man mit, was in Tönisheide los ist“

Tönisheide : „Hier bekommt man mit, was in Tönisheide los ist“

Der Bürgerverein des Ortsteils lässt seinen Stammtisch im Café Inside wieder aufleben.

. Der Bürgerverein Tönisheide lädt jetzt wieder an seinen Stammtisch ein. „So etwas gab es schon mal vor einigen Jahren, ist dann aber wieder eingeschlafen“, sagt die erste Vorsitzende Monika Hülsiepen. Die Neuauflage im Café Inside stieß auf großes Interesse, es musste sogar noch ein weiterer Tisch heran gestellt werden, damit alle Platz fanden.

„Ich bin durch ein Schild im Fenster darauf aufmerksam geworden und einfach mal hingegangen“, bemerkt Gesine Wilms, die vor vielen Jahren von Heiligenhaus nach Tönisheide gezogen ist. „Ich wohne hier gerne, ich finde es klasse, in der Mitte zu sein. Von hier kommt man überall hin, egal, ob das Wuppertal, Essen oder eine andere Großstadt ist.“

Dag Lomberg entstammt einer alten Tönisheider Familie und interessiert sich für die Geschichte des Ortes. Auf einer Internetverkaufsplattform entdeckte er ein altes Schwarz-Weiß-Foto mit einem typischen niederbergischen Schieferhaus, dass er sofort erstand. Es erregte seine Aufmerksamkeit, weil sich auf der Rückseite der Stempel aus der ersten Fotografen-Generation Stöcker befindet, die seit 1909 in Tönisheide tätig ist. Lomberg vermutet, dass es sich um ein Gebäude in Tönisheide handelt. Der Kleidung nach muss das Bild mit einer Frau, drei Mädchen und zwei Männern um 1920 herum aufgenommen worden sein.

Der Mützenträger auf dem
Bild könnte ein Postbote sein

Der Sammler alter Fotos hält den Mützenträger für einen Postboten, der zweite Herr mit Schürze könnte ein Handwerker sein, der gerade aus der Werkstatt kommt. „Historische Fotos kommen immer gut an“, weiß Monika Hülsiepen und erinnert an das Buch, das zum 75-jährigen Bestehen des Bürgervereins herausgebracht wurde. „Es ist leider vergriffen, der Verlag ist pleite, man kommt nicht mehr dran.“ Darum ist sie umso dankbarer, dass sie gelegentlich aus einem Nachlass schon mal ein Exemplar des „grünen Buches“ erhält, das sie zu besonderen Anlässen verschenken kann.

Christoph Möller bezeichnete es als „Schnapsidee“, in den Bürgerverein einzutreten. Andererseits war der Schritt konsequent: „Ich bin seit 30 Jahren mit Leib und Seele Tönisheider. Hier im Bürgerverein kann man schauen, was sich im Dorf so tut.“ Die Bestätigung kommt von Kerstin Kawohl: „Hier bekommt man was mit.“ Die beiden sind seit Februar dabei und können sich vorstellen, mehr zu machen. „Über Mitarbeit im Vorstand kann man sich unterhalten.“

Ilse Denker bezeichnet sich als Fossil im Bürgerverein. Als die jetzt 90-Jährige vor 30 Jahren als Lehrerin an der Heinrich-Kölver-Schule in Pension ging, wurde sie im Vorstand aktiv. Sie trauert dem Niedergang der traditionsreichen Realschule nach: „Das war ein gute Schule, die Industrie hat immer gerne unsere Schüler ausgebildet, als Lehrlinge belegten sie bei Mathematikwettbewerben oft den ersten Platz. Außerdem war es ein tolles Kollegium.“

Die Geselligkeit wird beim Bürgerverein Tönisheide gepflegt. „Am 11. Mai wandern wir zur Aprather Mühle. Treffpunkt ist um 13.30 Uhr an der Ecke Reuter-/Wülfrather Straße, gegen 15 Uhr wollen wir am Ziel Kaffee trinken“, lädt Monika Hülsiepen alle Interessierten ein. „Zurück geht es zu Fuß, wer möchte, kann den Bus nehmen.“ Am 19. Juni, 14 Uhr, geht’s zur Behindertenwerkstatt des Kreises Mettmann am Flandersbacher Weg 8 in Velbert. „Wir treffen uns direkt vor Ort. Allerdings ist eine telefonische Anmeldung wichtig, damit die wissen, wie viele Besuchergruppen gebildet werden müssen.“

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