Herzanfall am Steuer: Fahrer kracht gegen Lidl-Fassade

Herzanfall am Steuer: Fahrer kracht gegen Lidl-Fassade

Kurz vor Ladenöffnung verliert der Mann (58) die Kontrolle über sein Auto. Außer ihm wird niemand verletzt.

Neviges. Die Mitarbeiter sind bereits in der Lidl-Filiale an der Elberfelder Straße, um fünf Minuten später, um 8 Uhr, wie üblich den Discounter für die ersten schon wartenden Kunden zu öffnen. In diesen letzten Minuten, die es bei frostigen Temperaturen vor dem Gang in die geheizten Geschäftsräume zu überbrücken gilt, wird ihre Aufmerksamkeit auf einen silberfarbenen Citroën gelenkt, der ohne ersichtlichen Grund auf ein Auto fährt, das am rechten Fahrbahnrand der Elberfelder Straße abgestellt ist.

Dass der Verursacher anschließend den Rückwärtsgang einlegt, ist für die Zeugen noch nicht weiter beunruhigend. Erst als der Citroën mit laut aufheulendem Motor rückwärts über die komplette Fahrbahn fährt, den Bürgersteig quert und mit großer Wucht gegen die Fassade der Filiale prallt, ist klar, dass es sich nicht um einen ganz normalen Verkehrsunfall handelt.

Menschen, die den Unfall gesehen haben, laufen zum Auto. Hinter dem Steuer sitzt der 58 Jahre alte Fahrer — bewusstlos, hinter dem Lenkrad zusammengebrochen. Der Notarzt reanimiert ihn. Mit Verdacht auf Herzinfarkt wird er in eine Spezialklinik nach Wuppertal transportiert und kommt auf die Intensivstation.

Währenddessen machen sich Polizei und Mitarbeiter ein erstes Bild vom Schaden. Und der ist erheblich: Der Mini-Van hat den Fensterrahmen verbogen und den gemauerten Sockelbereich teilweise zerstört. Stücke der Steinquader sind herausgebrochen. Die Scheibe ist gesprungen, das Sicherheitsglas konnte jedoch verhindern, dass spitze Glasscherben Menschen verletzen.

Die Suche nach der Filialleiterin gestaltet sich nicht ganz einfach: „Ich muss mal schauen, wo sie ist. Ich glaub’, die ist noch ganz durcheinander“, sagt eine Lidl-Mitarbeiterin. Als sie ihre Chefin ausfindig gemacht hat, ist dieser zwar der Schrecken anzusehen, aber in Worte fassen darf sie ihn nicht. Da hält die Lidl-Zentrale ihre Mitarbeiter an der ganz kurzen Leine. „Rufen Sie bitte die Pressestelle an“, ist alles, was sie von sich gibt.

Auskunftsfreudiger ist ein Handwerker, der sich um die provisorische Reparatur des Schadens kümmert: „Ich komme aus Herne. Wir sind der Lidl-Nodienst.“ Der Fensterrahmen sei komplett verzogen und müsse zu einem späteren Zeitpunkt ausgetauscht werden. „Wenn auch noch die Eingangstüre mit dem Sicherheitsbereich betroffen ist, wird’s richtig teuer.“ So schätze er den Schaden auf rund 15 000 Euro.

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