Heirat im Schottenrock: Ein Highlander sagt Ja

Begleitet von Feuerwehrkollegen und typisch schottischem Wetter wurden am Samstag Christopher Ian Frederic McPartlin und Janine Pohl in der Windrather Kapelle getraut.

Neviges. Bekanntlich ist die Windrather Kapelle bei Brautpaaren sehr beliebt, und auch mancher Feuerwehrmann ist in dem romantisch gelegenen Kirchlein schon in den Hafen der Ehe eingelaufen. Christopher Ian Frederic McPartlin (38), der am Samstag seiner Braut Janine Pohl (35) das Jawort gab, ist indessen nicht nur Oberfeuerwehrmann in der Freiwilligen Wehr Velbert, sondern stammt, wie der Name erahnen lässt, aus den schottischen Highlands. So trat der Bräutigam jetzt im traditionellen Kilt vor den Traualtar, wie auch einige Gäste der Zeremonie im Schottenrock beiwohnten.

„Wir hatten hier zwar schon einen Dudelsackspieler, aber an eine schottische Hochzeit kann ich mich nicht erinnern“, sagt Christa Bürgener, die immerhin auf dem Hof neben der Kapelle aufgewachsen und seit 1979 deren Küsterin ist. Auch für Pfarrer Daniel Post aus Velbert ist es in über zwei Jahrzehnten die erste schottische Trauung, und er hat für das junge Paar einen Spruch aus der Heimat des Bräutigams parat (siehe „Zitat des Tages“).

Leider entschließt sich auch das Wetter zu einer echt schottischen Einlage: Es gewittert und gießt aus Kübeln, als die Frischvermählten mit ihrem 19 Monate alten Sohn Ian James Alexander aus der Kapelle treten. Zum Klang eines Dudelsacks durchschreiten die studierte Wirtschaftswissenschaftler und die Grafikdesignerin das Spalier der Feuerwehr, um anschließend mit der ganzen Gesellschaft wieder zurück in die Kirche zu flüchten.

Auf den „Ausflug in den siebten Himmel“ mit der Drehleiter muss das Paar verzichten — abgesehen vom Regen wäre die 30 Meter lange Aluminiumleiter ein potenzieller Blitzableiter. So erfreut Dudelsackspieler Werner Hoffrichter — ein Profimusiker, der das Blasinstrument unter anderem an der Velberter VHS unterrichtet — mit Sohn Stephan an der Drum die Gäste mit schottischen Weisen, bis der Regen etwas nachlässt und die junge Familie den 70 Jahre alten Alfa Romeo vor der Kirchentür besteigt. Der ist zwar ein Italiener, aber ein Rechtslenker.

„Sind das echte Schotten?“, fragen zwei Spaziergängerinnen, die unter den Bäumen neben der Kapelle Schutz vor dem Regen suchen. Das Geheimnis sei verraten: Es sind Feuerwehrkollegen, die die schottische Tracht zur Hochzeit ihres Freundes angelegt haben.

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