Hardenberger Gartentage im Zeichen des nahen Herbstes : Unempfindliche Pflanzen gefragt

Bei den Hardenberger Gartentagen wurde nicht nur nach Pflanzen gesucht, die gut in der Hitze gedeihen. Auch der Schutz von Insekten spielte eine Rolle.

Viele Blumenfreunde nutzen die Hardenberger Gartentage, um die Lücken in ihren Beeten zu schließen, die der heiße Sommer gerissen hatte. „Das ist hier die perfekte Anlaufstelle“, freute sich Ursula Sendt, die aus Essen-Stoppenberg kam, um Ersatz für ihr Fingerkraut zu suchen: „Das war von innen ganz trocken.“

Brigitte Kebrich konnte helfen: „Hier habe ich einen duftenden Sonnenhut, der hat ein hartes Blatt. Das ist ursprünglich eine Steppenpflanze, ideal für Temperaturen wie in diesem Sommer.“ Daneben empfahl die Gärtnerin aus Jülich alle Sedum-Arten. „Im Volksmund heißen die `Fette Henne´, die können viel Wasser speichern, die waren die Sieger des Sommers“, sagt die Fachfrau und knickt ein Blatt der Pflanze, dass das Wasser nur so herausspritzt.

„Die Leute haben gemerkt, dass viele Arten nicht überlebt haben und suchen welche, die man nicht so oft gießen muss.“ Und noch etwas ist der Blumenhändlerin aufgefallen: „Die Kunden fragen sofort: `Was mögen die Bienen?´ Dann antworte ich denen, dass alles, was Staubgefäße hat, die Bienen anzieht.“ Sie zeigt auf ihr buntes Sortiment, das emsig von Wild- und Honigbienen beflogen wird. „Gefüllte Blüten haben keine Staubgefäße und sind für Insekten uninteressant.“

Über die erhöhte Aufmerksamkeit für die Bienen freuen sich die Mitglieder des Imkervereins Neviges 1929. „Wir werden nicht nur nach bienenfreundlichen Pflanzen gefragt, es gibt auch immer wieder Anfragen, wie das denn so ist, wenn man selber Bienen hält“, stellte Manfred Motschull fest, der als „Imkervater“ drei Naturfreunde begleitet, die in den Verein eingetreten sind und mit der Bienenhaltung bereits begonnen haben. Die Imker hatten zwei Bienenvölker mitgebracht, an denen sich die Besucher die Tiere nicht nur aus nächster Nähe ansehen konnten, sondern auch den süßen Duft riechen konnten.

Viele Besucher wollten sich über Bienen informieren

„Wie machen die Bienen eigentlich Honig?“, wollte Rolf Zander aus Bottrop wissen. „Sie tragen den Nektar der Blüten in ihrem Honigmagen in den Stock, dort wird er ausgewürgt, wobei er auf der Zunge trocknet. Er wird immer wieder umgelagert, dabei wird der Honig zunehmend zähflüssiger. Wenn der Wassergehalt unter 20 Prozent liegt, ist er reif und wird in der Zelle eingelagert“, schildert Wolfgang Regber, und fügt hinzu, dass das für die kleinen Bienen sehr viel Arbeit ist, weshalb die Arbeiterinnen im Sommer nur sechs Wochen alt werden.

Gefragt sind auch die Fachleute vom Obst- und Gartenbauverein Neviges. Gegen den Buchsbaumzünsler rät Gerd Scheven zum Einsatz von biologischen Mitteln. Darüber hinaus wurden 47 Infoblätter mit Tipps rund um den Garten bereitgehalten. Hugo Klimeck gab Hinweise zur Pflege von Hortensien: „Die ist sehr robust, man darf sie nicht zu stark düngen, und im Herbst muss man alles dran lassen, der Rückschnitt darf erst im Frühjahr nach dem letzten Frost erfolgen.“

Herbstdekoration bot Mandy Manders aus Belgien an: „Ziergurken, Ziertomaten, Kalabassen, Erdbeermais, das habe ich alles im eigenen Gewächshaus angebaut.“ Ergänzt wurden die Gartentage mit Deko und Kunsthandwerk. So bot Bettina Rosenhag aus Solingen selbst gemachte Seife aus Schafsmilch an, die gut für empfindliche Haut oder bei Allergien sein soll.

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