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Hardenberger Gartentage bieten nach der Zwangspause wieder etwas Neues

Velbert-Neviges : Exotische Pflanzen treffen auf ausgefallenes Kunsthandwerk

Exotische Pflanzen treffen am Nevigeser Schloss auf ausgefallenes Kunsthandwerk.

Durch Zufall wurde Günter Rekaltamm auf die Hardenberger Gartentage aufmerksam: „Wir sahen in Langenberg ein Hinweisschild und sind dem gefolgt“, so der Hattinger. Bei seiner Ankunft waren er und seine Frau Sabine überrascht: „Hier wird kein Eintritt verlangt. Wir besuchen viele Gartenmärkte, und da werden immer heftige Preise genommen.“

Die Blumenliebhaber wurden schnell fündig: „Wir haben hier Ersatz für unsere Rudbeckia gefunden, die Opfer vom Schnecken wurde. Wir suchen gezielt Pflanzen, die Bienen Nahrung geben.“ Zu diesem Thema gab es weitere Informationen beim Imkerverein Neviges, der sich über starken Zuwachs freuen kann. „Als ich vor etlichen Jahren den Vorsitz übernahm, hatten wir sechs oder sieben Mitglieder, jetzt sind es an die 40“, freut sich Wolfgang Regber über das Interesse an dem Hobby, zu dem über einen Umweg Desiree Trautmann kam. „Ich wollte regionalen Honig gegen die Pollenallergie meines Mannes haben und kam zu Manfred Motschull. Honig hab ich keinen, aber du kannst Bienen haben, sagte er mir. So kam ich an Bienen, machte einen Lehrgang – und mein Mann liebt den Honig.“

Allerdings war 2021 kein Honigschlecken für die Bienenzüchter: Durch das kalte und nasse Frühjahr blieben die Waben leer, die sich erst zum Sommer mit Nektar langsam füllten. Dann kam die Flut: „Ein kleines Bienenvolk wurde vom Hochwasser des Hardenberger Baches fortgerissen. Das daneben war schwerer, hatte einen vollen Honigraum, in dem sich die Bienen hinein gerettet hatten. Der Kasten hielt dem Wasser stand“, beschreibt die Jungimkerin ihr Glück im Unglück.

Der Obst- und  Gartenbauverein Neviges ist auch nach dem Tod des Vorsitzenden Gerd Teichmüller wieder mit einem Infostand vertreten. „Er hat eine Riesenlücke hinterlassen, er hat viel gemacht und organisiert“, blickt Kassiererin Christina Sperling betroffen zurück, die das Amt von dem ebenfalls verstorbenen Gerd Scheven übernahm. „Er konnte mich wenigsten noch einarbeiten.“

„Wir wollen für unsere künftige Arbeit ein Vorstandsteam aufstellen“, blickt Pressesprecher Armin Doll in die Zukunft. Vereinsmitglied Wilfried Fritsche ist ein Experte für Fuchsien. Er besitzt fast 100 Exemplare des aus Mittel- und Südamerika stammenden Nachtkerzengewächses. „Viele machen den Fehler, die Pflanzen im Herbst runter zu schneiden. Da die Stängel hohl sind, sammelt sich darin das Wasser und die Wurzeln faulen. Der Rückschnitt sollte im Frühjahr erfolgen.“ Ganz kleine, exotische Nadelbäume hat Georg Lenz aus Samen herangezogen – von der Libanon-Zeder über die Colorado-Tannen bis zum Riesen-Mammut. Das Minibäumchen hat Zeit zum Wachsen: „Im Amerika werden die 3000 Jahre alt.“

Ehefrau Susanne stellt Dekorationen aus Edelrost vor: Tiersilhouetten von Vögeln über Fuchs bis zum Hirsch, Laternen entwickeln ihren Reiz erst mit einer Kerze im Dunkeln. Ausgefallene Deko-Ideen sprechen besonders Frauen an: Drei Nevigeserinnen haben Halbkugeln aus Edelstahl entdeckt, die mit Teelichtern bestückt werden und besondere Effekte versprechen. „Eine tolle Schweißarbeit“, lobt Margitta Drensek. „Hier gibt es immer wieder was Neues“, ist Eva Küper begeistert. Das kann Marita Hauke bestätigen und zeigt die erstandene spanische Reibe aus Steingut. Jede Menge Vögel hat Hans Harder an seinen Stand drapiert. Die gläsernen Kunstwerke fliegen nicht weg.  Immer wieder schiebt der Glasmacher mit dem Blasrohr die weiche Masse in den 1200 Grad heißen Schmelzofen, bläst hinein, dreht, bearbeitet die Rundungen  mit einer Art Zange: „Das wird eine Vase in Kürbisform.“