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"Große Feld" in Velbert sollte Teil des Klimaschutzes sein

Velbert : „Große Feld“ sollte Teil des Klimaschutzes sein

Zum Wahlkampfauftakt begrüßten die Velberter Grünen die parlamentarische Geschäftsführerin der Bundestagsfraktion Britta Haßelmann am Rande des „Großen Felds“. Die 25 Hektar große Ackerfläche wurde vor Jahren von der Stadt gekauft, um darauf ein Gewerbegebiet zu entwickeln, das die Grünen ablehnen.

„Das Große Feld ist ein Beispiel für unsinnige Zukunftsentwicklung“, so die stellvertretende Bürgermeisterin Esther Kanschat. Die grüne Bundestagskandidatin Ophelia Nick gab die Begründung: „Jeder Boden hier ist ein immenser CO2-Speicher.“

„Wirksamer Klimaschutz fängt vor Ort an, auch bei den Fragen zur Flächenversiegelung“, klärt Britta Haßelmann auf, die eine solche Abwägung nicht für eine „Petitesse“ hält. „Die Auswirkungen des Klimawandels mit dem Extremwetter kommen immer näher“, mahnt die Bundespolitikerin und verweist auf den jüngsten Bericht des Weltklimarates. Sie erinnert an das Motto aus den Anfangsjahren der grünen Partei: „Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt. Deshalb stehen wir in der Verantwortung zu handeln. Das zeigt auch das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, das einen wesentlich ambitionierteren Klimaschutz für nötig hält, um die Freiheitsrechte junger Menschen in der Zukunft zu erhalten. Klimaschutz hat die höchste Priorität, und wir sagen, wie wir das sozial und gerecht umsetzen. Als Sozialausgleich schaffen wir ein Energiegeld.“

Den um acht Jahre vorgezogenen Kohleausstieg stützt Britta Haßelmann auf den Bericht des Weltklimarates: „Bis zum Kipppunkt dauert es nur noch ein paar Jahre.“ In dem Zusammenhang kritisiert sie den Wind­energie-Erlass in NRW: „Der muss vom Tisch, zudem in Solardächer und deren Förderung investiert werden“, so die Grüne, die an Nummer eins der Partei-Landesliste steht. Sie kommt auf das „Große Feld“ zurück: „Täglich werden in Deutschland 56 Hektar versiegelt, so viel wie 86 Fußballfelder, da müssen wir nicht über kleine Ausgleichsflächen reden. Es geht um jede einzelne Fläche.“ In diesem Zusammenhang verteidigt sie das Vetorecht des von den Grünen geplanten Klimaschutzministeriums: „Alle wissen, dass in der Praxis im Zweifel immer gegen den Klimaschutz entschieden wird.“