Velbert : Gesund essen und das Klima schonen

Die Velberter Verbraucherzentrale erklärt die klimafreundlichen Schritte zu einer gesunden Ernährung.

Die Bewegung „Fridays for Future“ schreitet energisch voran, um auf die Dringlichkeit des Klimaschutzes und eines drastischen Abbaus schädlicher Treibhausgase wie Kohlendioxid (CO2) für unsere Umwelt aufmerksam zu machen. Auf einschneidende Veränderungen sollte man jedoch nicht warten: Jeder kann etwas für den Klimaschutz tun und dies in seinen Alltag integrieren – zum Beispiel bei der Ernährung. Denn ein Fünftel der Pro-Kopf-Emissionen an CO2 werden in Deutschland durch die bislang gängigen Ernährungsgewohnheiten – etwa durch den hohen Fleischverbrauch und die beträchtlichen Lebensmittelabfälle – verursacht. „Regional, saisonal und biologisch einkaufen und kochen sind die passenden Schritte mit einem Fußabdruck, der keine umweltschädlichen Spuren hinterlässt“, erklärt Andreas Adelberger, Leiter der Beratungsstelle die Verbraucherzentrale NRW an der Friedrich­straße 107.

Hoher Verbrauch von Wasser
und Energie durch den Anbau

Der Verbraucherschützer gibt Tipps für eine klimafreundliche Ernährung: Mit dem Flugzeug transportierte Lebensmittel wie Spargel oder Papaya aus Peru sind Klimakiller. Einige Lebensmittel, die aus südlichen Ländern zu uns transportiert werden, wie etwa Avocado, Tomaten und Erdbeeren verbrauchen in der Ferne viel kostbares Wasser. Auch der Anbau in beheizten Gewächshäusern und die Lagerung in Kühlhäusern kosten viel Energie. Im Vergleich benötigen regional angebaute Lebensmittel lediglich kurze Transportwege. Saisonales Gemüse und Obst aus dem heimischen Freilandanbau sind außerdem frisch, enthalten mehr gesundheitsfördernde sekundäre Pflanzenstoffe und sparen Energie.

Obst und Gemüse aus dem Ökolandbau haben eine gute Klimabilanz. Böden im ökologischen Landbau speichern mehr Kohlenstoff als konventionelle Anbauflächen. Die Umweltbelastungen sind reduziert, die Bodenfruchtbarkeit ist ertragreicher und die biologische Vielfalt höher – bei einem insgesamt sparsameren Ressourcenverbrauch.

Wer den Verzehr von 300 bis 600 Gramm Fleisch pro Woche, wie ihn die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, nicht überschreitet, trägt dazu bei, dass die ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen um rund neun Prozent reduziert werden könnten.

Einkäufe besser zu Fuß oder
mit dem (Lasten-)Rad erledigen

Der Verbrauch und Genuss ökologischer Lebensmittel ist unnütz, wenn die Gaben der Natur auf längeren Strecken mit dem Auto oder Lastwagen transportiert werden. Auch Bestellungen bei Lieferdiensten erfolgen oft zu Lasten von Tank und Tacho. Besonders klimaschonend sind Einkäufe, die zu Fuß oder mit dem (Lasten-)Fahrrad erledigt werden. Wenn doch das Auto als Transportmittel herhalten muss: Wege gut planen und miteinander verbinden – das spart Einkaufskilometer.

Das kühle Nass aus dem Hahn ist das am besten geprüfte und zudem sofort verfügbare Lebensmittel in Deutschland. Trinkwasser spart jede Menge Rohstoffe wie Plastik und Glas für Flaschen und viel CO2 für den Transport.

Wer Lebensmittelreste nutzt oder weitergibt und Lebensmittel nach dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums mit allen Sinnen prüft und noch verbraucht, leistet einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz. Wenn die Portionen beim Restaurant- oder Mensabesuch zu groß sind, lassen sich die Reste für ein weiteres Mahl zu Hause einfach mitnehmen. Der sorgsame Umgang mit Lebensmitteln macht sich nicht nur im Geldbeutel bemerkbar, sondern vermindert auch den Ausstoß von Treibhausgasen. HBA