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Velbert: Gesamtschule Neviges erhält sechs Züge

Velbert : Gesamtschule Neviges erhält sechs Züge

Die Velberter Martin-Luther-King-Schule wird weitergeführt. Der Schulausschuss hob mit einer Mehrheit von neun zu fünf Stimmen den Ratsbeschluss von 27. November 2018 auf, wonach die Hauptschule in Velbert-Mitte sukzessive aufgelöst wird.

Mit dem selben Stimmenverhältnis wurde beschlossen, die Realschule Kastanienallee ab dem kommenden Jahr von vier auf drei Züge zu begrenzen. Damit folgt der Ausschuss dem Vorschlag der Verwaltung, die zuvor noch einmal ihre Gründe dargelegt hatte.

Reinhard Mickenheim vom Fachbereich 6 erläuterte anhand von Tabellen, dass die Hauptschule weiterhin nötig sein wird, um alle Kinder und Jugendliche in Velbert angemessen zu beschulen.

Kritik äußerte der Ausschussvorsitzende Frank Röhr, der für Bündnis 90/Die Grünen den Vorschlag rundweg ablehnte. „Die Eltern wollen keine Hauptschule in Velbert, das hat die Elternbefragung eindeutig gezeigt. Sinnvoll sei ein möglichst schneller Ausbau der Gesamtschule Neviges“, stellte er fest. Mit dem Weiterbetrieb der Hauptschule sei man nach sehr kontroverser Diskussion auf dem Boden der Realität zurück gekehrt, erklärte der CDU-Mann Wolfgang Martin. Matthias Gohr (SPD) sieht in der Gesamtschule den Elternwillen, „aber für manche Schüler ist die Hauptschule günstiger.“

Jürgen Schürmann (FDP) lobte die „tolle Arbeit“ an der Hauptschule, fragte allerdings, ob man angesichts einer rückläufigen Entwicklung der Bevölkerungszahl diese Schule noch braucht und schlug eine bessere Förderung anstatt der Hauptschule vor.

Unabhängige sehen weiter Bedarf für vierzügige Realschule

Sandra Böhm (Unaghängige Velberter Bürger) sieht weiterhin den Bedarf einer vierzügigen Realschule, für die sich Martin Schwarz kleinere Klassen wünscht. Der Vertreter der Piratenpartei hofft auf einen zügigen Ausbau der zweiten städtischen Gesamtschule und sagte: „Jetzt drückt die Zeit.“

Der Ausbau der Hardenbergschule in Neviges zu einer sechszügigen Gesamtschule wurde gemäß eines SPD-Antrags einstimmig beschlossen. Nach Auskunft von Schuldezernent Gerno Böll untersucht der Immobilienservice, ob eine Sanierung des Gebäudes am Waldschlößchen möglich ist ober ob abgerissen werden muss. „Die Schule bis 2023 fertigzustellen ist schneller, als ein Einfamilienhaus zu bauen.“ Die Frage von Sandra Böhm, ob man sich bei der zweiten Gesamtschule mit Containern an der ehemaligen Heinrich-Kölver-Schule behelfen könnte, verneinte Gerno Böll und sagte: „Die Grundstücke dort sind limitiert, bei einer guten Containeranlage ist man auch mit zwei Jahren dabei. Es ist nicht wirtschaftlich und löst unsere Probleme nicht.“ Dem immer mal wieder durchscheinenden Wunsch nach einer möglichen dritten Gesamtschule erteilte Reinhard Mickenheim eine deutliche Absage. „Die gesetzliche Vorgabe, dort auch eine Oberstufe zu errichten, können wir nicht darstellen“, stellte er fest.