Neviges: Gesamtschule: Großes Interesse an Lernbüros

Neviges : Gesamtschule: Großes Interesse an Lernbüros

Interessierte Eltern und Grundschüler kamen zum Tag der offenen Tür in Tönisheide.

. Viele Eltern kamen mit ihren Sprösslingen zum Tag der offenen Tür in die neue Gesamtschule Velbert-Neviges, in der der Unterricht so ganz anders als in der Grundschule abläuft. In den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik wird in Lernbüros gebüffelt, mit denen Außenstehenden nichts anfangen können. Pia Lindemann gehörte zu den Fünftklässlern, die ihren künftigen Mitschülern anhand der Arbeitsmaterialien die Methode vorstellte.

Die Schüler können selbst entscheiden, wann und welche Aufgaben sie im Lernbüro erledigen. „Wenn wir Fragen haben, können wir immer nach vorne gehen und uns an die Lehrer wenden. Dazu gibt es das Lernbüro plus, da wird Unterricht gemacht, und wir müssen sehr gut zuhören. Bei mir hat das immer sehr gut gepasst“, erzählte die Langenbergerin, die diese Vorgehen besser findet als das Lernen in der Grundschule. „Man kann schöner üben, und ich kann selber entscheiden, wann ich einen Kompetenztest schreiben möchte.“

Der „KT“ ist so etwas wie eine Klassenarbeit, die allerdings nicht alle Schülern gemeinsam absolvieren, sondern dann, wenn sie meinen, dass sie den Stoff verstanden haben. Dann erhalten sie einen Extratisch und auf Wunsch einen Ohrschutz, damit sie vom Geschehen im Lernbüro nicht abgelenkt werden. „Der eine hat bei einer Klassenarbeit Kopfschmerzen oder Stress zuhause, da wäre es doch Blödsinn, dann eine Arbeit zu schreiben“, erklärte Mike Häberle aus dem Leitungsteam den interessierten Eltern. „Wir haben junge und engagierte Kollegen, neue Möbel und gutes Material zum Lernen, auch für die Differenzierung“, freute sich Lehrerin Petra Neuhaus, der es sehr wichtig ist, dass sich die Kinder wohlfühlen.

Das neue Velberter Schulangebot, das zunächst in den Räumen der ehemaligen Realschule an der Maikammer und in einigen Jahren in der früheren Hauptschule am Waldschlößchen stattfindet, stößt bei vielen Eltern aus Wülfrath auf Interesse. In dem Nachbarort gibt es neben dem Gymnasium und der Freien Aktiven Schule nur die Sekundarschule, über die große Unzufriedenheit herrscht. „Mein zweites Kind geht da nicht hin“, so der feste Vorsatz eines Wülfrathers, der sehr verärgert über die Schulpolitik in der Kalkstadt ist.

Finn aus Velbert-Mitte hatte sich mit seiner Mutter Sandra Beau bereits das Geschwister-Scholl-Gymnasium und das Nikolaus-Ehlen-Gymnasium angesehen, das ihm mehr zusagte. Seit Samstag ist die Gesamtschule Neviges der Favorit des Nachwuchskickers vom SC Velbert: „Mir gefällt das große Sportangebot so gut.“