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Geplantes Gewerbegebiet an der Langenberger Straße in velbert

Velbert : Spaziergänger protestieren gegen Industriegebiet

Bürgerinitiative Große Feld ist verwundert über die Argumentation von Velbert anders.

Trotz des nasskalten Novemberwetter erfuhr der Aufruf der Familie Caspers zum Familienrundgang am „Große Feld“ (die Westdeutsche Zeitung berichtete) eine starke Resonanz. Von der Ecke Langenberger Straße/Bleibergstraße ging es los, um von dort aus gemeinsam das landwirtschaftlich genutzte Gelände zu durchqueren. Mit dem Rundgang sollte ein weiteres Zeichen gegen die dort vorgesehene Bebauung mit einem 27 Hektar großen Industrie- und Gewerbegebiet gesetzt werden.

Bevor die höchste Kuppe des Geländes auf 235 Meter über Normalnull erklommen wurde, säumten Grablichter und mahnende Plakate den Wegesrand. Da gab es Sprüche wie „Nach uns die Sintflut!“, oder „Wir brauchen keine Politiker, die sich Denkmäler setzen!“ und „In Zeiten des Klimawandels darf man solche Flächen niemals versiegeln!“ Nach einem steilen Aufstieg erwartete die Besucher auf dem Hügel ein Partyzelt mit heißem Punsch und kleinen Snacks, die bei angeregten Gesprächen genossen wurden.

Eine Gruppe der aktiven Bürgerinitiative Kleine Höhe aus Neviges spazierte mit und informierte sich über die Aktivitäten gegen die Bebauung am Große Feld. Dabei stellte man fest, dass die Bürgerinitiative Kleine Höhe die volle Unterstützung der Partei Velbert Anders hat.

Kritik an der Haltung von
Velbert anders zur Bebauung

Artur Busse, erster Vorsitzender der Bürgerinitiative Große Feld Velbert, wunderte sich jedoch, das Velbert anders dagegen die Bebauung an der Langenberger Straße befürwortet. „Der Natur- und Klimaschutz scheint für Velbert Anders hinter der Stadtteilgrenze von Neviges und Tönisheide zu enden, was wir sehr bedauerlich finden.“

Die Teilnehmer des Spaziergangs zeigten sich angesichts der stark hügeligen Topographie sehr erstaunt darüber, dass an dieser Stelle überhaupt eine Bebauung stattfinden sollte. „Hier werden doch einige, erhebliche Eingriffe in die Orografie (Verteilung von Höhen und Tiefen auf dem Gelände) notwendig sein, um das Gelände für eine Hallenbebauung der Industrie zugänglich zu machen“, meinte die Nevigeserin Angela Müller.

Den krönenden Abschluss bildete das stimmungsvolle Dudelsackspiel des Velberter Musikers Ingo Roza: Als die Hügel der bergischen Kulturlandschaft schließlich im dichten Nebel versanken, fühlten sich die Besucher in die schottischen Highlands versetzt.uba