Neviges: Gemeinschaftsbüros statt Leerstände?

Neviges : Gemeinschaftsbüros statt Leerstände?

Die Velberter Piratenpartei sieht durch einen „Coworking Space“ neue Chancen für die Nevigeser Innenstadt. Diese Idee kommt auch beim Vize der WGN gut an.

Im Januar regte die Piratenpartei an, dass Geschäfte gezielt aus der Nevigeser Innenstadt in den Nahversorgungsbereich Am Rosenhügel verlagert werden sollten, um ihnen dort eine neue, bessere Perspektive zu bieten. Die Innenstadt könnte zur Kulturmeile und zum Gastronomieviertel weiterentwickelt werden. Nachdem die Kleinpartei im Bezirksausschuss mit diesem Vorschlag Schiffbruch erlitten hatte, kommt sie nun mit einem neuen Antrag, um gegen die Leerstände anzugehen. Sie schlagen „Coworking Spaces“ vor, das sind gemeinschaftlich genutzte Büroflächen, die in Neviges entstehen sollen, um damit neue Firmen gerade aus der Digitalbranche anzulocken.

„Die jüngeren Generationen wollen kein Auto mehr. Unterdessen mietet man sich eins – Statusobjekt ade. Dieses Lebensgefühl der jungen Leute wird auch bei der Wahl des Arbeitsplatzes abgebildet“, so Thomas Küppers, Vorsitzender der Piraten-Ratsfraktion. „Statt ein Büro dauerhaft zu betreiben wird lediglich eins für kurze Zeit gemietet. Es stehen Schreibtisch, Netzwerk, Drucker, Scanner, Beamer sowie Besprechungsräume zur Verfügung. Gerade Firmen aus dem Digital-Bereich ziehen solche Coworking Spaces an“, weiß Thomas Küppers.

„Die Nevigeser Innenstadt hat eine gute S-Bahn-Anbindung, daher plant die Regionalregierung neue Wohngebiete an der Linie. Die Nevigeser Innenstadt bietet genügend Läden, um sich in der Mittagspause zu verpflegen. Die universitätsnahe Lage zwischen dem Campus in Düsseldorf, in Essen, Heiligenhaus und Wuppertal ist ein weiterer Standortvorteil.“

Der sachkundige Bürger Ulrich Weber von der Piratenpartei möchte, dass die Stadt Velbert durch Ihr Netzwerk Investoren sucht oder selber das Ruder in die Hand nimmt. „Meine Gespräche mit dem Besitzer der ehemaligen Gassmann-Räume, Herrn Murjahn, waren positiv.“ Sie seien gut für Coworking Spaces geeignet, der zentrale Standort in Neviges sei ideal.

Die Werbegemeinschaft Neviges freut sich über gute Vorschläge

Tatsächlich sieht Claus Murjahn in dem Vorschlag eine Möglichkeit, den Leerstand zu beenden. „Ich würde die Räume dafür vermieten“, so der Mettmanner im Gespräch mit der Westdeutschen Zeitung, wobei er zu bedenken gab, dass die Stadt dort lieber Einzelhandel sehen möchte. Derzeit steht das Haus zum Verkauf, in dem Murjahn von 1986 bis 1991 Mode angeboten hatte. „Schon damals zeichnete es sich ab, dass es eng wurde“, so der Ex-Kaufmann zu den Aussichten des Einzelhandels in Neviges. Der Mitsiebziger möchte sich mit Vermietung und den damit verbundenen Umständen nicht mehr beschäftigen, Interessenten gibt es bereits.

Leerstehende Ladenlokale in „Coworking Spaces“ umzuwandeln, kann Helmut Wulfhorst durchaus etwas abgewinnen. „So was habe ich mir mal bei bei Gewerbeflächen überlegt“, sagt der zweite Vorsitzende der Werbegemeinschaft Neviges. „Das könnte ich mir zum Beispiel für ein Sanitätshaus vorstellen. Für die würde es reichen, an zwei Tagen ihre Sachen zu präsentieren, an den anderen Tagen kommt jemand anderes. Ob das für andere Branchen was ist, kann ich nicht sagen.“ Der Reisebürokaufmann kennt ähnliche Modelle aus den den USA. „Ob das mit Büroflächen klappt und ob es einen Bedarf gibt, weiß ich nicht, da bin ich nicht im Thema. Aber alles was gut für die Innenstadt ist, hören wir gerne.“

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