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Wülfrath: Für noch mehr Respekt in Wülfrath

Wülfrath : Für noch mehr Respekt in Wülfrath

Über das Jahr verteilt möchte die Expertengruppe „Gewaltprävention“ der Stadt Wülfrath immer wieder Angebote zum Thema „Respekt“ initiieren.

Vor zehn Jahren gründete sich in Wülfrath eine Expertenrunde „Gewaltprävention“, die von Bürgermeisterin Claudia Panke im Zuge trauriger Vorfälle initiiert wurde. „Der Hintergrund dieses Zusammenschlusses sind die Kapitalverbrechen und Tötungsdelikte aus den Jahren 2009 und 2010“, erinnert sich Panke, die in der Zusammenführung diverser Akteure eine bessere Vernetzung erzielen wollte. Während zunächst im Stillen gearbeitet und die einzelnen Ressourcen ermittelt wurde, fanden im Laufe der Zeit immer mehr öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen gegen Gewalt statt.

In diesem Jahr möchte die Expertenrunde, die aus Vertretern der Verwaltung, der Kirchen, des SKFM, der Polizei und dem Opferschutz sowie weiteren Organisationen besteht, eine ganze Themenreihe ins Leben rufen. Einen Wiedererkennungswert bekommen die Angebote durch ein neues Logo.

Der Ursprung des neuen Motivs lässt sich auf der Hauswand des Wülfrather Jugendhauses finden. Dort wurde vor zwei Jahren im Zuge einer Graffiti-­Aktion ein Bild mit dem passenden Ausruf „Respekt“ gesprayt. „Im Anschluss wurde das Kunstwerk von den Kirchengemeinden „logotauglich“ umgestaltet und soll ab sofort als Orientierung durch das Themenjahr dienen. Wie wichtig das Thema Respekt ist und welch große Kreise es zieht, verdeutlichte Claudia Panke bei einer Pressekonferenz. „Wir möchten nicht nur auf den Respekt gegenüber Mitmenschen aufmerksam machen. In sämtlichen Bereichen ist ein respektvoller Umgang wichtig, auch gegenüber der Natur und den Tieren, gegenüber Rettungs- und Einsatzkräften, Respekt im Internet und vielem mehr.“

Themenjahr kann jederzeit durch neue Ideen erweitert werden

Das Themenjahr ist für Panke nicht in Stein gemeißelt und kann jederzeit durch Ideen und Anregungen aus der Bürgerschaft erweitert werden. Den Start macht eine Veranstaltung im Jugendhaus am 11. Februar (Start um 18 Uhr). „Wir befassen uns mit der Frage, ob es schon immer eine Hass-Sprache gab“, erläutert Angela Sprink von der Kinder- und Jugendförderung. In Kooperation mit der Polizei und dem Opferschutz wird das Thema Zivilcourage und Respekt im Netz näher beleuchtet.

Weiter geht es am 14. Februar mit dem weltweit initiierten Tanz „One Billion Rising“ gegen Gewalt gegen Frauen. Dieses offene Tanzangebot, welches auf dem Heumarkt stattfinden wird, wird vom Frauennetzwerk veranstaltet. Nur einen Tag später, am 15. Februar, bekommen übersprayte Graffitis am Jugendhaus eine Aufar­beitung. „In der Hoffnung, dass sie im Anschluss nicht wieder übersprüht werden“, so Panke.

Weitere Aktionen sind noch in Planung. So soll mit Schülern der weiterführenden Schulen in der Kalkstadt ein Theaterprojekt auf die Beine gestellt werden. Auch Informationsstände der Expertenrunde auf der bevorstehenden Autoschau „Wülfrath is(s)t mobil“ ist in Planung. Mit einem Fragebogen, der auf der Internetseite der Stadt zu finden ist, kann sich jeder Bürger persönlich mit dem Thema Respekt auseinandersetzen. Dieser stellt die Fragen „Was bedeutet für mich Respekt?“ und „Welche negativen beziehungsweise positiven Erlebnisse fallen mir zu diesem Thema ein?“ Die Fragebögen können anonymisiert an die Verwaltung gesandt werden.

Wie schnell das Thema zu weiteren Diskussionen und Überlegungen anregt, wurde bei der vergangenen Pressekonferenz deutlich. Schnell fanden sich die anwesenden Akteure in Überlegungen für weitere Angebote zur Gewaltprävention wieder.