Friedhelm Kopshoff hält die Velberter Mundart lebendig

Velbert : Friedhelm Kopshoff hält die Velberter Mundart lebendig

Der Heimatforscher und Autor feierte seinen 90. Geburtstag.

Bereits am 8. Januar vollendete Friedhelm Kopshoff sein 90. Lebensjahr, gestern hatte der Mundartpfleger, Heimatforscher und Autor zu einem Geburtstagsempfang in die Bürgerstube an der Kolpingstraße eingeladen. Der Altersjubilar, dem die neun Jahrzehnte nicht anzusehen sind, erinnerte an seine Kindheit an der damaligen Hochstraße, heute Dürerstraße, wo er das pralle Leben der Kleinstadt mitkriegte. „Im Hof meines Elternhauses war eine Schlüsselfabrik, um die Ecke lärmte eine Feilenhauerei. Die Spedition Möllney war mit Belgischen Kaltblütern unterwegs, die Nachbarsjungen sammelten die Pferdeäpfel für den Garten des Großvaters auf und kriegten in paar Pfennig dafür.“

Nach seiner Schulzeit absolvierte Friedhelm Kopshoff eine Verwaltungslehre beim Arbeitsamt Velbert, wurde zum Arbeitsamt Düsseldorf versetzt und trat als Verwaltungsoberrat 1994 in den Ruhestand. Das Vorhaben, sich als Pensionär der Restaurierung alter Möbelstücke zu widmen, wurde durch gesundheitliche Gründe zunichte gemacht. So beschäftigte er sich mit Heimatforschung, wurde Stammgast im Stadtarchiv und verfasste regelmäßig historische Beiträge.

Schließlich führte ihn sein Weg zur Offers-Kompenei, sprach er doch als alter Velberter von Kind an unverfälschtes Velberter Platt. Unter seiner Regie fanden zahlreiche Mundartlesungen statt, die teilweise verfilmt wurden. Er verstand es, viele für die niederbergische Mundart zu begeistern, so dass die Zahl der Mitglieder in der Offers-Kompenei anstieg. Der Initiative von Friedhelm Kopshoff ist es zu verdanken, dass die vom Aussterben bedrohte Mundart in dem modernen Medium Internet lebendig gehalten wird. Online betreut der 90-jährige die Seiten mit aktuellen Beiträgen rund um die Mundart und Heimatforschung bis zu alten Kochrezepten von der Großmutter. „Obwohl ich vor über 60 Jahren nach Düsseldorf zog, bin ich Velberter geblieben. Mindestens einmal in der Woche komme ich nach hier, meistens donnerstags, weil dann das Archiv geöffnet hat.“