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Wülfrath: „Fridays for Future“-Aktivisten beleidigt, belästigt, bedroht

Wülfrath : „Fridays for Future“-Aktivisten beleidigt, belästigt, bedroht

. (AR) Zu üblen Szenen sei es bei der Mahnwache von „Fridays for Future“ (FFF) vor der Sparkasse am Diek gekommen. Die Bilanz nach 25 Stunden seien drei Strafanzeigen wegen sexueller Belästigung, Beleidigung und Zeigen des Hitlergrußes in der Öffentlichkeit, so die Initiative.

Am Abend habe sich der erste Vorfall ereignet, als an der Bushaltestelle gegenüber eine Person den Hitlergruß zeigte. Im Laufe des Abends sei es dann vermehrt vorgekommen, dass betrunkene Jugendliche und junge Erwachsene Teilnehmer belästigten. Nach einer versuchten Sachbeschädigung und Androhung von Gewalt sei die Polizei verständigt worden, die erst nach einer halben Stunde eingetroffen sei. Als im Laufe der Nacht die gleichen Personen wiedergekommen seien, sei die Polizei frühzeitig informiert worden und habe zwei Platzverweise ausgesprochen. Am Samstagmorgen sei es dann zu sexuell anzüglichen Sprüchen gegenüber einer minderjährigen Person gekommen. Gegen 10 Uhr sei es dann zu einem weiteren Vorfall gekommen, als eine Person zwei Teilnehmer sexuell belästigte und weitere belästigte und beleidigte. Aufgrund der psychisch kritischen Lage der Person wurden Einsatzkräfte der Polizei und des Rettungsdienstes informiert. Die Polizei habe die Mahnwache erst nach 49 Minuten erreicht.

Die Teilnehmer der Mahnwache sowie Gäste aus Köln, Krefeld und Duisburg seien geschockt. Vor allem die Wartezeit auf die Polizei sei nicht hinnehmbar gewesen. FFF richtet einen Appell an die Politik der Stadt und des Kreises, dass die Polizei ihre Einsatzreaktionszeit verbessert. Auch brauche Wülfrath endlich eine Lösung für die abendliche und nächtliche Situation in der Innenstadt. Nicht nur das Schwimmbad, sondern auch die Bushaltestelle seien Problemstellen, an denen sich Menschen abends nicht mehr sicher fühlten.

„Mit Entsetzen“ habe die Linke die Schilderungen zur Kenntnis genommen. „Diese Vorkommnisse verurteilen wir aufs Schärfste. Demokratiefeindlichkeit und Vorstellungen der Ungleichwertigkeit von Menschen treten wir auf allen Ebenen entschieden entgegen.“

Polizeisprecher Uli Löhe wollte die Vorwürfe auf WZ-Nachfrage so nicht im Raum stehen lassen. „Es hat während der Mahnwache mehrere Einsätze gegeben, die Polizei war auch in sechs Minuten da.“ Bei jenem Einsatz, als es 49 Minuten bis zum Eintreffen der Beamten gedauert hat, habe es von den Aktivisten einen Anruf wegen Belästigung gegeben. „Die Polizisten waren auf dem Weg, als ein wichtiger Einsatz dazwischen kam. Von einer psychisch instabilen Person war keine Rede“, so Uli Löhe weiter.