Wülfrath Freude über Spielplatzöffnung

Wülfrath · . Strahlender Sonnenschein und angenehme Temperaturen haben dafür gesorgt, dass die Öffnung der Spielplätze für viele Kinder – aber auch deren Eltern – eine Freude und eine Erleichterung ist. Nathalie Gabski, Mutter von Maximilian (9) und Alexander (7), gehört zu den Eltern, die das Angebot sofort nutzen.

 Mia (6) und Julian (5) freuen sich über die Öffnung der Spielplätze und genießen es, zu schaukeln.

Mia (6) und Julian (5) freuen sich über die Öffnung der Spielplätze und genießen es, zu schaukeln.

Foto: Tanja Bamme

„Es ist schon eine große Erleichterung, die Kinder haben jetzt viel mehr Freiraum“, sagt die Wülfratherin. In den vergangenen Wochen mussten ihre Söhne auf eine Wiese vor dem Haus ausweichen, um dort Fußball zu spielen. Ansonsten war der Balkon eine Ausweichstelle, allerdings nicht zum Fußballspielen, wie Nathalie Gabski berichtet.

Ihr älterer Sohn, der beim 1. FC Wülfrath in der Jugend spielt, tauscht kurz den Fußball gegen ein Trampolin, sein Bruder möchte rutschen. Maximilian hat zudem endlich wieder die Möglichkeit, nach fast acht Wochen seinen besten Freund wiederzusehen. „Der Mindestabstand ist nach kurzer Zeit vergessen, sagt Nathalie Gabski. Nachsatz: „Ich will die beiden aber nicht ständig wegziehen.“ Sie sollen ihre wiedergewonnene Freiheit genießen.

Eine Mutter, die ihren Namen nicht veröffentlicht sehen möchte, ist mit ihrem zweieinhalbjährigen Sohn extra aus Velbert gekommen, um den Spielplatz im Generationenpark zu besuchen. Auch sie freut sich, dass die Spielplätze wieder geöffnet sind. Ihr Sohn spielt freudestrahlend mit anderen Kindern zusammen. „Unter Kindern kann man Abstandsregelungen nicht einhalten, sagt auch sie und lässt den Kleinen und dessen Spielkameraden gewähren. Eine andere Mutter berichtet, dass sie gleich an beiden Tagen mit ihren fünf und drei Jahre alten Töchtern zum Spielplatz gekommen ist. Ihre Kinder freuen sich sichtlich über die Spielmöglichkeiten, haben in den vergangenen Wochen aber eine interessante Alternative gehabt. „Der Wald ist auch ein schöner Spielplatz“, erklärt ihre Mutter. So seien die „sieben oder acht Wochen Isolation“ leichter zu ertragen gewesen. Der Kontakt mit anderen Kindern sei aber sehr wichtig für die Kleinen.

Die Nachbarinnen Sylvia Schwingen, Jessica Michaels und Yvonne Werner freuen sich über die Öffnung der Spielplätze. „Wir haben zwar allesamt einen Garten und die Kinder waren bei dem guten Wetter draußen, aber die sozialen Kontakte untereinander haben gefehlt“, so die Mütter, die sich gemeinsam mit ihren Kindern über das Wiedersehen freuen.

„Die Kinder haben zwar verstanden, warum wir keinen Kontakt mit anderen Kindern haben durften, toll war das aber natürlich nicht“, sagt Jessica Michaels, die die Anfangszeit der Kontaktbeschränkung zunächst als dankbare Freizeit angenommen hat. „Wir haben viel gebacken, Blumen gepflanzt und uns draußen beschäftigt. Eine Mutter kann die Freunde aber nicht auf Dauer ersetzen.“ Mit der Öffnung der Spielplätze wäre für Sylvia Schwingen die Wiedereröffnung der Kindergärten der nächste, logische Schritt.

„Die Logik hinter manchen Entscheidungen können wir nicht nachvollziehen. Auf den Spielplätzen haben die Kinder Kontakt, in der Kita hätten sie diesen ebenfalls. Die Bundesliga soll wieder starten, die Kindergärten vorerst noch nicht. Hier werden falsche Prioritäten gesetzt.“ Und obwohl die Freude über den Austausch mit anderen Müttern durchaus willkommen für Jessica Michaels kommt, hätte sie sich die Lockerungen erst zu einem späteren Zeitpunkt gewünscht. „Für mich haben die Geschäfte und eigentlich auch die Spielplätze zu früh geöffnet. Es gibt noch immer keinen Impfschutz und ich frage mich, was sich im Vergleich zu vorher geändert hat. Wenn man jetzt aber wieder eine komplette Lockerung durchführen möchte, dann sollten die Kitas wieder komplett öffnen, damit wir Eltern auch wieder die Möglichkeit bekommen, unserer Arbeit nachzugehen.“