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Velbert: „Fremdbestimmung der Bauern unterbinden“

Velbert : „Fremdbestimmung der Bauern unterbinden“

(uba) „Die Wertschöpfung in der Landwirtschaft wird immer geringer“, klagt Michael Greshake. Der Vorsitzende der Ortsbauernschaft Velbert-Wülfrath wurde von der Bürgermeisterkandidatin der Grünen, Esther Kanschat, zu einer Podiumsdiskussion über die Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft eingeladen.

Mit am Tisch im Pfarrzentrum „Glocke“ saß Ophelia Nick. Die Autorin, Tierärztin, Biobäuerin, Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft in NRW und Ratsfrau der Grünen in der Nachbarstadt Wülfrath, stellt fest, dass es eine Entfremdung der Menschen von der Landwirtschaft gibt. „Es muss eine Ernährungsbildung stattfinden, ich wünsche mehr Kochkurse mit Kindern.“

Als weiteres Problem, das eine nachhaltige Landwirtschaft erschwert, sieht Nick die Tatsache, dass Nahrungsmittel zu billig sind. Hinzu komme, dass in Deutschland anders als zum Beispiel in Frankreich das Bewusstsein für hochwertige Lebensmittel kaum vorhanden ist.

„Durch Subventionen werden Nahrungsmittel billig gehalten“, weiß Greshake. Der Velberter Landwirt redet über die Kosten und Erträge in der deutschen Landwirtschaft, die letztendlich mit den Preisen auf dem Weltmarkt konkurrieren muss: „Irgendwo wird der Weizen immer billiger angeboten, deshalb bekommen wir weniger. Der Bauer vor Ort muss deshalb eine Idee haben, wie er Geld verdient.“ Einige seiner Berufskollegen haben sich spezialisiert oder verkaufen direkt über den Hofladen an die Verbraucher. Als interessantes Beispiel führte der Milchviehhalter die Eierproduktion an: „Die Politik hat die Käfighaltung von Legehennen verboten, so wurden die mobilen Hühnerställe interessant, die es zunehmend auch in Neviges gibt.“

Welchen Wunsch an die Politik Greshake habe, um die Bauern vor Ort zu unterstützen, wollte Esther Kanschat von dem Ortslandwirt wissen. „Die Politik soll die Fremdbestimmung an die Bauern unterbinden. Sie sorgt dafür, dass andere Leute an der Landwirtschaft gut verdienen“, so die Antwort. Es seien die preiswerten Lebensmittel, die mehrere Reisen im Jahr, den Zweitwagen und anderes ermöglichen. „Wir werden von dem Konsumrausch runterkommen müssen, um die Landwirtschaft nachhaltiger aufzustellen“, so die abschließende Feststellung der Bürgermeisterkandidatin.