Freiwillige Feuerwehr Wülfrath : Doch Bahnhofsareal für Wache?

Politik und Verwaltung können sich mit einer zentralen Lösung anfreunden.

Der Standort der Hauptfeuerwache stand auf der Agenda der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses im großen Saal des Rathauses. Dabei rückte wieder das ehemalige Bahnhofsareal in den Fokus. Die Verwaltung bekam diesbezüglich einstimmig einen Prüfauftrag. Hintergrund sind Überlegungen, dass bei diesem Standort ein weiterer am Rotdornweg überflüssig werden könnte. Daran hatten sich die Gemüter erhitzt, als die Kosten von einer Million Euro auf knapp 1,7 Millionen Euro angestiegen waren. Diesmal blieb die Debatte sachlich. Niemand wollte sich dem Vorwurf aussetzen, den Gang der Dinge zu verzögern.

Fragenkatalog der CDU wurde von der Wehrleitung beantwortet

„Das Bahnhofsareal ist sehr attraktiv“, sagte Wolfgang Peetz, Fraktionsvorsitzender der Wülfrather Gruppe (WG). Seine Partei habe sich im Vorfeld mit Vertretern der Freiwilligen Feuerwehr getroffen und eruiert, ob dies auch im Sinne der Wehr sei. Das sei bestätigt worden. Mit Blick auf den Standort Rotdornweg regte Wolfgang Peetz an, einen Vorratsbeschluss zu fassen, um im Falle eines Falles auch diese Lösung im Bereich des Möglichen zu halten. Stephan Mrstick, Fraktionsvorsitzender der Grünen, berichtete von der Wuppertaler Feuerwehr, die plane, die Standorte Vohwinkel und Schöller im Bereich Dornap zusammenzulegen. Er regte an, über eine Kooperation mit der Wuppertaler Feuerwehr nachzudenken. Kämmerer Rainer Ritsche sagte zu, die Verwaltung werde auf Wuppertal zugehen, „und fragen, was sie dort machen“. Er verwies aber auch auf die Tatsache, dass die Wuppertaler Wehr eine Berufsfeuerwehr mit anderen Rahmenbedingungen ist. Die Frage nach den überschlägigen Kosten für den Standort ehemaliges Bahnhofsareal ließ Rainer Ritsche allerdings offen: „Ich möchte hier keine Zahlen in den Raum stellen.“ Das sei noch nicht überschaubar.

Doppelte Bekleidung kostet
rund 1000 Euro pro Kopf

Der von der CDU gestellte Fragenkatalog bezüglich des Gerätehauses am Rotdornweg wurde bei der Sitzung beantwortet (die WZ berichtete). Diesmal war die Wehrleitung anwesend. Stadtbrandmeister Guido Großmann stand den Ausschussmitgliedern Rede und Antwort. Dabei wurde zum Beispiel deutlich, dass sich die Kosten für Doppelausstattungen in Grenzen halten. Guido Großmann berichtete, dass doppelte Bekleidung für 27 Wehrleute angeschafft werden müsste. Pro Kopf koste dies „mit Helm und Stiefeln“ rund 1000 Euro. Der Schulungsraum werde multifunktionell genutzt, unter anderem für Nachbesprechungen von Einsätzen. Der Stadtbrandmeister erklärte auch, dass aktuell an Einsatzkonzepten gearbeitet werde. Diese seien aber noch nicht fertig. Die Größe der Gerätehalle für drei Einsatzfahrzeuge begründete er mit der zukünftigen Ausrichtung. Die Wehr müsste rund 120 Leute haben, davon ist man momentan allerdings noch weit entfernt.

Axel Effert, Fraktionsvorsitzender der CDU, sagte, es liege auf der Hand, dass alles für das ehemalige Bahnhofsareal als zentralen Standort spreche. Axel C. Welp (SPD) wiederum nannte den Fragenkatalog „Ausschlusskriterium für den Standort Rotdornweg“. Er wies auch darauf hin, dass dort die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft in der Nachbarschaft aus städtebaulichen Gründen angehalten sei, eine Tiefgarage zu bauen, was bei der Feuerwehr nicht möglich ist, wie die Wehrleitung erklärte. Die Ungleichbehandlung hatte André Herben bereits im Ausschuss für Umwelt und Ordnung kritisiert.

Sollte das ehemalige Bahnhofsareal den Zuschlag bekommen, müsste dafür Baurecht geschaffen werden. Darauf wies der Technische Dezernent, Martin Barnat, hin. Die Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung eines Bebauungsplanes könne bis 2020 gelingen, sei aber ambitioniert. Bisher war die Planung, die Feuerwache an der Wilhelmstraße bis 2023 kernsaniert zu haben.

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