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Freie Aktiven Schulen Wülfrath: Über die Stadtgrenzen hinaus bekannt

Wülfrath : Über die Stadtgrenzen hinaus beliebt

Die Zahl der Interessenten für die Freie Aktive Schule in Wülfrath ist groß. Entschieden wird durch ein Losverfahren.

Constantin (10) will mal Schauspieler werden. Um seinem Berufswunsch näher zu kommen, hat er sich laut eigener Aussage „genau die richtige Schule ausgesucht!“ Denn Constantin geht auf die Freie Aktive Schule Wülfrath (FASW). Und die feierte am vergangenen Samstag ihren traditionellen Tag der offenen Tür. Für Constantin Ehrensache, dass er die Gäste herumführte. „Das macht mir Spaß. Ich kann gut und viel reden“, gibt sich der Schüler selbstbewusst. Mittlerweile geht Constantin in die fünfte Klasse der Gesamtschule. „Ich habe hier aber auch schon die Grundschule besucht“, ­verrät er.

Selbstbestimmtheit ist ein wesentlicher Baustein im Konzept

Und so ist es selbstverständlich, dass Constantin auch einen Blick in den Musikraum seiner ehemaligen Grundschule gewährt. Musicals und Theaterstücke werden dort geprobt. „Ich habe an allen Aufführungen der letzten Jahre teilgenommen“, erläutert der Schüler, der seine Leidenschaft zur Musik auch im weiterführenden Schulkomplex ausleben kann. Überhaupt steht die Schule für Selbstbestimmtheit. „Hier kann ich machen, was mir Spaß macht“, erklärt Constantin einen wesentlichen Baustein des Konzeptes der Schule. Nicht zuletzt wegen diesem selbstbestimmten Lernen ist die Freie Aktive Schule nicht nur in Wülfrath beliebt. Am Informationsstand im Eingangsbereich der Schule vermerken Eltern die Anreisestädte der Besucher. Und die große Vielfalt lässt sich schon in der ersten Stunde nach der Eröffnung nicht leugnen: Aus Wuppertal und Velbert, aber auch aus Mettmann, Ratingen, Essen und sogar aus Neukirchen-Vluyn sind an diesem Tag interessierte Besucher angereist.

Für Geschäftsführer Robert Freitag ist das aber kein Grund, sich der Arroganz hinzugeben. „Obwohl wir uns über Anmeldezahlen nicht beschweren können, werden wir den Tag der offenen Türe jedes Jahr erneut anbieten“, sagt der Mit-Initiator der Schule. „Die Veranstaltung soll schließlich zum allgemeinen Austausch dienen und nicht den echten Schullalltag vorgaukeln.“ Schnupperunterricht gibt es erst nach den eigentlichen Anmeldungen. Und wer einen begehrten Platz an der Schule bekommt, steht noch gar nicht fest. „Das entscheiden wir seit zwei Jahren durch ein Losverfahren“, erläutert Robert Freitag.

Und so geht’s: Zwei Losverfahren müssen von den Interessenten bewältigt werden. Zunächst können sich auf jeden freien Platz vier Familien für das Aufnahmeverfahren anmelden, danach gibt es ein großes Kennenlernen mit Hospitationsangebot. Ein weiteres Losverfahren führt letztlich zur Platzvergabe. Für das Schuljahr 2020 stehen an der Grundschule rund 20 Plätze zur freien Verfügung. Kita- und Geschwisterkinder sind bereits berücksichtigt worden. An der Gesamtschule sind die freien Plätze hingegen sehr knapp. „Das hängt mit dem Wechsel der vierten Jahrgangsstufe zusammen. Im Jahr danach sieht es schon wieder anders aus“, erklärt Robert Freitag.

Persönlicher Kontakt zwischen Lehrern, Eltern und Schülerm

Dass eine wichtige Säule in dem Zusammenspiel aller Akteure das soziale Miteinander ist, verrät Kathrin Stockinger. Gleich drei ihrer Kinder besuchen die Schule, sie selbst leitet die Bücher-AG. „Eigentlich haben meine Kinder immer Lust zur Schule zu gehen.“ Ihre Tochter hat im vergangenen Jahr gerade die Zentralen Abschlussprüfungen (ZAP) am Ende der zehnten Klasse mit Bestnoten absolviert. Diese Prüfungen werden einheitlich vom Land NRW veranschlagt. Sorgen, dass die Schüler an der Schule nicht den allgemein geltenden, schulischen Anforderungen nachkommen, kann Kathrin Stockinger daher widerlegen. Für die engagierte Mutter ist es zudem der persönliche Kontakt zwischen Lehrern, Schülern und Eltern, der den Besuch der Schule lohnenswert macht.