Frauen begeistert die Gemeinschaft

Die Katholische Frauengemeinschaft in Tönisheide feierte gestern 100-jähriges Bestehen. Der frühere Mütterverein ist heute ein moderner Zusammenschluss.

Tönisheide. Mit einer Festmesse beging die Katholische Frauengemeinschaft St. Antonius gestern das 100-jährige Bestehen. „Angefangen hatte es als Elisabethenverein, dann hieß es Mütterverein und jetzt Katholische Frauengemeinschaft“, berichtet Teamsprecherin Elisabeth Hardt. Doch auf Tönisheide fehlt der Nachwuchs. „Das war früher mal anders. Wenn geheiratet wurde, dann sagte die Mutter: Jetzt musst du in den Frauenverein eintreten.“ Inzwischen haben sich die Lebensumstände geändert: „Ganz ehrlich, das ist ein überholtes Modell“, räumt Elisabeth Hardt ein. „Früher gab es nicht viel für die Frauen, das ist heute ganz anders, die Frauen haben ganz andere Aufgaben“, so die Leiterin des Vorstandsteams, die ihre Verantwortung gerne in jüngere Hände abgeben würde.

Der Priestermangel und die damit verbundenen Zusammenlegungen der Pfarrgemeinden sind an der Frauengemeinschaft Tönisheide nicht spurlos vorüber gegangen. „Wir können froh sein, dass wir hier so gut durch die Franziskanerbrüder betreut werden.“ Inzwischen schaut die kfd über die Konfessionsgrenzen hinweg, es gibt einen guten Kontakt zur Frauenhilfe der evangelischen Gemeinde Tönisheide. „Wir kommen mindestens beim Weltgebetstag und dem gemeinsamen Pfarr- und Gemeindefest zusammen, das ist unsere Ökumene.“

Erika Seidel, deren Mutter bis ins hohe Alter von 99 Jahren an den Veranstaltungen teilnahm, fühlte sich als Single zunächst von der Organisation nicht angesprochen, solange es noch „Mütterverein“ hieß. Sie trat erst ein, nachdem es „Frauengemeinschaft“ hieß, heute verwaltet sie die Finanzen. Regelmäßiges Glanzlicht im Veranstaltungsreigen ist der erste Donnerstag im Monat. Nach der Frauenmesse um 9 Uhr in der Kirche gibt es im Pfarrheim ein gemeinsames Frühstück. Rund die Hälfte der 64 Mitglieder nehmen daran teil. Alle zwei Monate treffen sich die Mitarbeiterinnen und besprechen aktuelle Angelegenheiten. Man besucht sich bei Geburtstagen, und auch bei traurigen Ereignissen helfen sich die Frauen gegenseitig: Nach Beerdigungen bedienen sie beim anschließenden Kaffeetrinken im Pfarrsaal die Trauergemeinde.

Das Pfarrheim liegt den Damen besonders am Herzen. „Das ist der Mittelpunkt unseres Vereinslebens“, sagt Elisabeth Hardt. Darum organisiert die Frauengemeinschaft die Vermietung des Pfarrheims. Höhepunkt in jedem Jahr ist der Sommerausflug. „Da sind die Plätze im Bus innerhalb von ein paar Tagen vergeben“, freut sich Elisabeth Hardt. Gerne denkt sie an den diesjährigen Ausflug zurück: „Da ging es nach Koblenz, wir hatten tolles Wetter, das war ein richtig gelungener Tag.“ Bei vielen Aktivitäten werden die katholischen Traditionen aufrecht gehalten, so bei der Kreuzweg- und Maidacht, dem Rosenkranzgebot oder der Dekanats-Wallfahrt in den Mariendom.

Weil gestern zwischen Festgottesdienst und dem anschließenden Empfang wenig Zeit war, kamen die Aktiven schon am Samstagnachmittag zusammen, um alles vorzubereiten. Da durften auch die Männer anpacken, zumal die Tische verstellt werden mussten. Nach den Grußworten verschiedener Persönlichkeiten aus der Gemeinde und dem Dekanat servierten die Damen eine herzhafte Kartoffelsuppe, danach saßen die Besucher bei Kaffee und selbst gebackenem Kuchen in gemütlicher Runde zusammen.