Flüchtlinge lernen schwimmen

Der Stadtsportbund organisierte auch einen Kurs für Erwachsene. Die Resonanz ist positiv.

Wülfrath. „Integration gelingt mit Sport“, weiß Simon Tsotsales vom Kreissportbund Mettmann. Da lag es auf der Hand, dass den Bewohnern der Flüchtlingsunterkunft an der Fortunastraße die Möglichkeit gegeben wurde, zusammen mit dem Turnerbund Wülfrath (TBW) das Sportabzeichen zu erlangen. Die entsprechenden Kurse und Vorbereitungen fanden im vergangenen Jahr statt. „Viele Kinder nahmen nicht teil, weil sie nicht schwimmen konnten“, musste Christian Huning feststellen.

Christian Huning, Stadtsportbund Wülfrath

„Damit Flüchtlinge die Schwimmfähigkeit erlangen, werden Schwimmkurse bezuschusst“, weiß der Vorsitzende des Stadtsportbundes Wülfrath. „Nachdem die Kinder schwimmen gelernt hatten, wollten die Eltern das auch.“ Ein Wunsch, den der Sportbund gerne nachkam. „Schließlich kann Schwimmen lebensrettend sein, außerdem bedeutet es Integration“, so Huning. Er ist dankbar für eine besondere Zuwendung des Rates, die eben für die Eingliederung von Behinderten und Flüchtlingen gedacht war.

Zusammen mit Heike Morsche und Bettina Laue-Rieth, die sich in der Flüchtlingshilfe und beim TBW engagieren, konnte ein entsprechender Kurs für zehn Teilnehmer eingerichtet werden. Jetzt neigt sich die Ausbildung dem Ende entgegen.

„So richtig im freien Gewässer schwimmen können die noch nicht“, hat Christian Huning beobachtet. Er spricht trotzdem von einem vollen Erfolg: „Wichtig ist, dass wir ihnen die Angst vorm Wasser genommen haben“, freut sich der Stadtsportbundvorsitzende und geht davon aus, dass die Schwimmeleven aus Afghanistan, Syrien und Nigeria dabeibleiben und ihre Fähigkeiten ausbauen und vielleicht den Kontakt zu den örtlichen Sportvereinen suchen, so wie es beim 1. FC Wülfrath bereits im Fußball geschehen ist.

Heike Morsche besorgte Ganzkörperbadeanzüge für die islamischen Teilnehmerinnen, die ansonsten kein Problem damit hatten, das Männer und Frauen gemeinsam in die Fluten der Wasserwelt eintauchen. „Nach diesem ersten Kurs für Erwachsene wollen wir das fortsetzen, allerdings hängt das stark von den Ressourcen ab“, gibt sich Christian Huning abwartend. „Viele Vereine sind bereit, was zu machen“, so seine Erfahrung. „Sport, Musik und gemeinsames Kochen, das alles sind Tätigkeiten, die es in allem Kulturen gibt und über die man in Kontakt kommt.

Trotz aller Kritik an der Flüchtlingshilfe haben die Initiatoren der Schwimmkurse für die Erwachsenen bislang nur positive Erfahrungen gemacht. „Es gab kein negatives Feedback.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung