Velbert : Feuerwehr löscht Durst der Pflanzen

In Neviges haben die Löschzüge die Wiesen im Panoramabad gewässert, in Velbert-Mitte das Straßengrün.

Die Natur lechzt bei der anhaltenden Trockenheit nach Wasser – da machen die Wiesen im Panoramabad keine Ausnahme. Um den Besuchern nicht völlig verbranntes Braun zu präsentieren, haben die Nevigeser Löschzüge ihren Dienstabend in Abstimmung mit Norbert Noll, bei den Stadtwerken für die Velberter Schwimmbäder zuständig, zum Gießeinsatz auf das Gelände des Nevigeser Bades verlegt. Nachdem die letzten Gäste das Panoramabad verlassen hatten, wurde die Drehleiter in Stellung gebracht und der Einsatz eines Wasserwerfers vorbereitet. Außerdem setzten die Brandschützer mehrere Strahlrohre ein, um den Wiesen und Grünflächen, Bäumen und Sträuchern eine ordentliche Dusche zu spendieren.

Sprung ins kühle Nass zur Belohnung für Bewässerung

Nach der ausgiebigen Beregnung war dann auch für die Kameradinnen und Kameraden der Löschzüge Erfrischung angesagt, berichtete deren Chef, Stadtbrandinspektor Tobias Flentje-Meier. Das Bad in den Wellen und auch der Sprung vom Fünf-Meter-Turm wurden gern angenommen: „Dafür gilt unser Dank den Mitarbeitern der Schwimmaufsicht, die für die notwendige Sicherheit gesorgt haben“, fügte der Nevigeser hinzu.

„Das war eine sehr gute Aktion“, lobte Noll anschließend und erläuterte die besondere Situation im Nevigeser Bad: „Hier haben wir rund 28 000 Quadratmeter Wiese. Die zu bewässern können wir mit unseren eigenen Leuten gar nicht stemmen.“ Die Grünflächen in den beiden anderen Bädern – das Parkbad in Velbert-Mitte und das Nizzabad in Langenberg – seien deutlich kleiner, das könne man noch selber regeln. Die Bewässerung durch die Feuerwehr habe dem Grün richtig gutgetan, doch die anhaltende Hitze setze Wiesen und anderem Grün weiter zu: „Wir hoffen inständig, dass es am Wochenende endlich regnet“, sagt Noll. Der Niederschlag am Samstag habe nicht annähernd ausgereicht, um für Entspannung zu sorgen. Sollte es am Wochenende nicht wie vorhergesagt im notwendigen Umfang regnen, überlege er, die Feuerwehr zu fragen, ob eine Wiederholung der Gießaktion machbar ist.

Auch bei den Technischen Betrieben (TBV) wartet man dringend auf ergiebigen Niederschlag: „Wir bewässern schon durchgehend seit Februar“, erläuterte Fabian Noeckel, stellvertretender Leiter des TBV-Geschäftsbereichs Grün und Friedhöfe. War es zunächst die sogenannte Wechselbepflanzung, soll heißen, die frisch gesetzten Blumen, die bei der Trockenheit ohne Wasser eingehen, kamen später die jungen, vielfach neu gepflanzten Bäume hinzu: „Wir versuchen, die Verluste möglichst klein zu halten“, sagt Noeckel.

Den Bäumen droht durch die Trockenheit dauerhafter Schaden

Seit vergangener Woche werden auch die Altbäume versorgt: „Die halten zwar länger durch, haben aber auch eine Grenze.“ Kommt Hitze wie in diesen Tagen und Wind dazu, drohen, nicht zuletzt durch die Vorbelastung durch den Extremsommer im vergangenen Jahr, dauerhafte Schäden. Neben drei Lastwagen mit Wasserfässern – einer mit 4000, zwei mit je 2000 Litern – sind inzwischen auch die beiden Kanalspülwagen der TBV mit bis zu 10 000 Litern Wasser an Bord im Einsatz, dazu Mitarbeiter, die das städtische Grün über Standrohre von Hand bewässern. Außerdem sind die Kolonnen nun auch samstags unterwegs, um mit dem Gießen nachzukommen.

Seit Anfang Juli werden die TBV zudem von einem Löschzug aus Velbert-Mitte unterstützt: So war Zugführer Oliver Ihnow mit seiner Mannschaft schon rund ein halbes Dutzend Mal im Herminghaus-Park. Besonderes Augenmerk gilt der Lindenallee, die nach der Verwüstung durch Sturm „Kyrill“ komplett neu angelegt werden musste.

Auch den Teich im Tierpark und einen weiteren am Schnegelskothen hat die Velberter Feuerwehr im Auftrag der TBV schon zwei Mal nachgefüllt. Daneben waren Einsatzkräfte mehrmals in der Stadt unterwegs, um Bäume im Straßenbegleitgrün zu wässern. lue