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Festival im Stadtpark: Wülfrath rockt die Nacht

Festival im Stadtpark: Wülfrath rockt die Nacht

5000 strömen in den Stadtpark und feiern die Wülfrather Rockmusiker Gemeinschaft.

Wülfrath. „Die sind aus Wülfrath?“ Guido Köhler blickte unbläubig auf die Bühne.

Aber sicher sind Bounce aus Wülfrath. Die Bon-Jovi-Tribute-Band lieferte eine Gala-Show und setzte das Sahnehäubchen auf einen wahnsinnigen Tag im Stadtpark, in dem in der Summe wohl mehr als 5000 Besucher der Wülfrather Rockmusikergemeinschaft zum 20. Geburtstag gratulierten.

Eine geniale Feier bis kurz vor Mitternacht!

Ein heftiger Guss vor dem ersten Ton. Ein kleiner Schauer am frühen Nachmittag. das war’s dann auch. Das Wetter spielte mit beim bereits 5. „WiP“. Zwischendurch kam sogar die Sonne raus — bestes Festival-Wetter.

„Das hat die WüRG auch verdient“, sagte zum Beispiel Wolfgang Köster. Der Vorsitzende des Stadtkulturbundes gehörte zu den Dutzenden von Helfern, zapfte Pils und Alt im Akkord, um später auch ausgelassen vor der Bühne im Takt der Musik zu wippen.

Mehr als zehn Jahre nach ihrem letzten Auftritt feierten Carpe Diem ihr Comeback, eröffneten den Geburtstagsrock. Wuchtige Bässe, kantige Riffs — ihr Musikstilmix war nach wie faszinierend.

Ein früher Höhepunkt mit einem improvisierten Gratulations-Rap von Sänger Salmann: „Stell dir vor, wenn es die WüRG nicht geben würde“, ein Moment mit Hymnen-Potenzial.

Auch von anfänglichen Mikro-Problemen ließen sich die Vier von Karl Stahl nicht beirren und lieferten eine krachende Rocksause ab — mit eingeschobener irischen Tanzeinlagen und dem wohl besten Schlagzeugsolo des Tages von Larry Stahl zur „Radar Love“.

Mehr als 30 Jahre Live-Erfahrungen — Cold Turkey sind die Dinos in der WüRG. Im Publikum bejubelten auch die Jungs von Hot Springs, Wülfraths erfolgreichste Band der 1970er-Jahre, „Biester“ und Co, die mit „Purple Rain“ ein Glanzlicht setzten.

Jamaika ist gleich nebenan — so authentisch bringt Chris Toppa Reggae auf die Bühne. Mit seiner Band Tape Side B lässt er das Publikum tanzen. Einfach eine wunderschöne Stimmung im Park. Ya-Mon!

Und dann waren die Cowboys los — die WüRG All Stars mit Hut und einer ungehörig genialen Portion Soul. Jörg Bisterfeld und Olli Henrich teilten sich den Lead-Gesang. „Heatwave“ und „Don’t gimme that“ wurden regelrecht zelebriert. Ein großer Auftritt.

Rock-Pop-Schlager mit Schlaghosen: In Vain wurden ihrem Ruf als Spaß-Garanten einmal mehr gerecht. Es ist schlichtweg prächtig, wie die Frontmänner Bene und Herr Richter immer wieder das Publikum zum Mitmachen animieren — bis tausende mit tiefer Inbrunst und frei von Scham singen: „Und es war Sommer!“

Professioneller Bombast, metallischer Rock, lyrische Texte: Schattenspieler stellten nach Monaten Live-Pause ihr großes Potenzial unter Beweis. Ein toller Auftritt, der wegen des Zeitdrucks doch leider ein bisschen kurz ausfiel.

Bounce hatten sich in den vergangenen Jahren in ihrer Heimatstadt rar gemacht. Umso größer war die spürbare Vorfreude — bei Fans und Band. Und die legte sich unbeschreiblich ins Zeug. Sänger Olli Henrich spielte mit dem Publikum, wickelte es um den Finger — charmant, talentiert und leidenschaftlich.

Bounce waren der Superlativ, die mit glühender Energie und verblüffender Perfektion das Finale in einer rauschhaften Nacht zelebrierten.

„Die sind wirklich aus Wülfrath?“, fragte Guido Köhler immer wieder. Ja — und die anderen sieben Bands auch, die diese Auflage von „WüRG im Park“ zu einem üppigen, prunkvollen Festival machten.