Wülfrath : FDP übt Kritik an der Verwaltung

„Zäh und langatmig“ nennt der Vorsitzende des FDP-Ortsverbands, Jürgen Merrath, den Prozess um die Digitalisierung der Stadt Wülfrath.

. Der Ortsparteitag der Liberalen stand ganz im Zeichen der Vorstandswahlen. Jürgen Merrath konnte sich ohne Gegenstimmen erneut über die Aufstellung als Vorsitzender freuen. Auch sein Stellvertreter wird für die kommende Legislaturperiode Hans-Peter Altmann bleiben. Ebenfalls einstimmig sprachen sich die zehn anwesenden FDP-Mitglieder für Elisabeth Langner als Kassiererin und Paul Thamm als Schriftführer aus. Gerd Langner ist neu in das Amt des Beisitzers gewählt worden.

Einen eigenen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl gibt es nicht

Einen klassischen Wahlkampf sucht man bei der FDP bisher allerdings noch vergebens. „Wir haben aktuell 15 Mitglieder. Die Kandidatenliste ist demnach noch nicht vollständig, wir suchen noch eine Person, die den 16. Wahlkreis besetzen wird“, verriet Jürgen Merrath auf Nachfragen der Presse. Einen eigenen Bürgermeisterkandidaten werden die Liberalen nicht stellen. „Da hat sich in unseren Reihen niemand gefunden“, so Merrath weiter. Viel mehr wird man sich in Zukunft entscheiden, ob man einen gemeinsamen Kandidaten aufstellt, sich heraushält oder jemanden unterstützt. „Andreas Seidler von der CDU wird sich demnächst mit uns treffen, um uns seine Ziele zu erklären“, sagte der Vorsitzende, der in seinem Geschäftsbericht harsche Kritik an der Verwaltung übte.

In einem Punktekatalog arbeitete sich Jürgen Merrath an Wülfrather Themen ab und startete mit der Wachstumsstrategie Wülfrath 22 plus, die grundsätzlich in den Augen der FDP sinnvoll scheint. „Geärgert haben wir uns jedoch, dass in dieser Hinsicht nichts unternommen wurde. Die Schwerpunkte Mobilität und Arbeitsplätze wurden gar nicht angegangen. Die Schaffung von Wohnraum ist der Verwaltung durch die Regionalplanänderung in den Schoß gefallen.“ Womit sich der Vorsitzende bereits beim zweiten Thema befand. „Die Regionalplanänderung ist in der Öffentlichkeit grottenschlecht verkauft worden. Die Politik hätte mitgenommen werden müssen. Auf unser Bestreben hin hat es am Ende eine Bürgerveranstaltung gegeben, da hätte die Verwaltung eher reagieren müssen.“

Dass sich die FDP in Bezug auf den Klimaschutz an den Pranger gestellt sieht, machte Jürgen Merrath am Ausruf des Klimanotstands aus. „Wir waren nicht dafür, weil wir den Menschen keine Angst machen wollten.“ Für Merrath liegt das Problem nicht an der Erkenntnis des Klimaschutzes, sondern an der Umsetzung. „Klimaschutz geht nicht ohne Geld. Wir müssen zunächst die Einnahmen der Stadt erhöhen, bevor wir dieses Geld sinnvoll in den Klimaschutz investieren können.“

Unweigerlich sei auch die Diskussion um den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs mit der Klimasituation verbunden. „Auch hier plädieren wir nach wie vor für einen vernünftigen Ausbau“, stellte Merrath fest. Dieser solle auch auf digitaler Ebene stattfinden. Der Prozess der Digitalisierung ist für den FDP-Vorsitzenden „zäh und langatmig“. Sicherheit kann Jürgen Merrath den Wülfrather Bürgern aussprechen, die im Zuge der Straßenausbaubeiträge belastet werden könnten. „In den nächsten zwei bis drei Jahren werden sie nicht zahlen müssen. Die Stadt wird schlichtweg keine Straßen ausbauen“, erläuterte er.